29.06.2012
Wirtschaft
München - Viele Gäste zahlreicher Münchner Clubs werden am kommenden Samstag, 30. Juni, vermutlich erst einmal überrascht sein, wenn um 23.55 Uhr die Musik ausgeht. Fünf Minuten lang soll es unter anderem im Pacha, im Bob Beaman, im Café am Hochhaus, im Max & Moritz und im Neuraum still sein. Damit wollen die Betreiber gegen die neue Tarifstruktur der GEMA für den Veranstaltungsbereich protestieren.
Die GEMA hatte Anfang April die neue Tarifstruktur für den Veranstaltungsbereich vorgestellt und danach von vielen Seiten Kritik erfahren. Verbände wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) oder Diskothekenbetreiber und Clubbesitzer warnen vor drohendem "Disko-Sterben", von Club-Schließungen und von Gebühren-Erhöhungen um bis zu 1400 Prozent.
Zuletzt protestierten kürzlich während des GEMA-Mitgliederfestes in Berlin nach offiziellen Angaben 5000 Menschen gegen die neuen Tarife, die ab Januar 2013 in Kraft treten sollen. Auch die nun für Samstag geplante Abschaltung der Musik in den Clubs ist wohl eine überregionale Gemeinschaftsaktion. Auf der Facebook-Seite des Clubs Pacha heißt es: "Die Aktion der Münchner Clubbetreiber ist Teil einer bundesweit stattfindenden Protestaktion."
Die GEMA selbst betont hingegen weiterhin die Ziele, die sie mit den neuen Tarifen verfolgt: Eine Vereinfachung der Tariflandschaft und die Entlastung kleiner Veranstaltungen. Zudem strebt sie im Rahmen eines öffentlichen Runden Tisches an, gemeinsam mit DEHOGA und der Bundesvereinigung der Musikveranstalter eine Lösung in Sachen neue GEMA-Tarife für den Veranstaltungsbereich finden. Darüber hinaus wird ein Schiedsstellenverfahren die neue Trafistruktur überprüfen.
Auch andere Verbände engagieren sich gegen die neuen GEMA-Tarife. So ruft der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren (EVVC) seine Mitglieder dazu auf, die Petition gegen die neue Tarifstruktur der GEMA für Veranstaltungen mit Musik zu unterzeichnen.
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