02.02.2016  Recorded Music  International

PRS for Music und PPL planen Joint Venture für Aufführungsrechte

 

London – Die beiden britischen Verwertungsgesellschaften PRS for Music und PPL wollen gemeinsame Sache machen. Wie musicweek.com berichtet, haben die Unternehmen ein Joint Venture angeregt, um künftig die komplette Aufführungslizenzierung für Großbritannien zu übernehmen.

Ein Zusammenschluss würde jährlich wohl 250 Millionen britische Pfund einbringen und die öffentliche Aufführung von Musik deutlich vereinfachen. Bislang müssen Unternehmen hierfür von PRS for Music (Komposition und Text) und PPL (Tonaufnahme) je eine Lizenz erwerben, in Zukunft würde somit eine einzelne Lizenz des Joint Ventures genügen, erhältlich per Telefon oder Internet. Die Lizenzgebühr soll sich jedoch nicht ändern.

Sollte die Zusammenführung wie geplant funktionieren, könnte die neue Verwertungsgesellschaft wohl im kommenden Jahr den Betrieb aufnehmen, nachdem alle Aufführungsrechte übertragen wurden. Der Unternehmenssitz wäre vermutlich außerhalb der Londoner "M25 Area".

"Für beide Unternehmen ein Meilenstein"

Robert Ashcroft, Chief Executive PRS For Music, erklärt: "Indem wir unseren britischen Kunden eine zentrale Anlaufstelle bieten, könnten wir die Musiklizenzierung für UK-Unternehmen deutlich vereinfachen. Es ist im Interesse unserer Mitglieder und Kunden, dass unsere Lizenzierung genauer und effizienter als je zuvor abläuft. Die Gründung eines Joint Ventures wäre für beide Unternehmen ein Meilenstein."

Peter Leathem, CEO PPL, fügt hinzu: "Unser beider Organisationen sehen das geplante Joint Venture als sehr positive Entwicklung für unsere Kunden und Mitglieder an. Damit bauen wir auf die erfolgreichen gemeinsamen Initiativen auf, die PPL und PRS for Music bereits seit einigen Jahren anbieten."

Bessere Verwertung, aber weniger Jobs?

Letztlich würden durch die Vereinfachung des Lizenzierungsprozesses die Rechteinhaber wohl finanziell profitieren. Hinsichtlich der Beschäftigten von PRS for Music und PPL wurden bislang keine Angaben gemacht. Jedoch steht zu befürchten, dass im Zuge eines Zusammenschlusses Stellenkürzungen auf die insgesamt über 300 Mitarbeiter beider Unternehmen zukommen.

PPL und PRS for Music berät sich nun mit wichtigen Interessengruppen und den Behörden, da das Joint Venture genehmigungspflichtig sein dürfte.

Auf europäischer Ebene hatte sich PRS for Music vergangenes Jahr bereits mit der deutschen GEMA und der schwedischen STIM zum Joint Venture ICE zusammengeschlossen. Jenes soll die Verwertung von Musikrechten im Online-Bereich deutlich einfacher und effizienter gestalten, die Lizenzierung erleichtern und schnellere und präzisere Abrechnung sichern. Auch hierfür war eine offizielle Genehmigung der EU-Kommission nötig.

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