05.02.2016  Live Entertainment  Messen/Events

PRG LEA 2016: Jury-Begründungen zu den ersten Nominees

 

Hamburg - Am 4. April findet der PRG Live Entertainment Award (PRG LEA) in der Festhalle Frankfurt statt. "musikmarkt" veröffentlicht exklusiv die Jury-Begründungen zu den ersten Nominierten in den Kategorien "Festival des Jahres", "Hallen-Tournee des Jahres", "Agent/Manager des Jahres" und "Club des Jahres".

*Die Reihenfolge der Nominierten ist von der Redaktion willkürlich gewählt.

Festival des Jahres

"Parookaville" – Parookaville/Next Events

In Anlehnung an das belgische "Tomorrowland", das als Nummer eins in der Welt der Elektro-Festivals gilt, ist 2015 eine kleine, verfeinerte deutsche Version entstanden: "Parookaville" öffnete erstmals seine Pforten auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens in Weeze (Nordrhein-Westfalen) und war mit 25.000 Fans binnen kürzester Zeit ausverkauft. Doch der Clou waren nicht nur Stars von Dimitri Vegas & Like Mike über Robin Schulz und Felix Jaehn bis hin zu Martin Solveig, sondern die rund um das Festival aufgebaute komplette Stadt, unter anderem mit einem 700-Quadratmeter-Freibad, einer Kirmes-Meile mit Autoscooter, einem Postamt und sogar einer eigenen Kirche zum Heiraten.

"A Summer's Tale" – FKP Scorpio Konzertproduktionen

"A Summer's Tale" fand 2015 zum ersten Mal statt und verfolgt einen hochinteressanten Ansatz: Ein urbanes Festival mit viel Liebe zum Detail, das sich an die Gruppe der Best Agers wendet und einen Gegenpol zu den lauten Matschschlachten bieten will. Um Musikliebhaber zu erreichen, die "Hurricane" und "Melt!" entwachsen sind, kombiniert man gekonnt Musiker aller Couleur (u.a. Patti Smith, Tori Amos, Calexico) mit DJ Culture, Filmvorführungen, Lesungen, Workshops, Theater, Kunst, Performances, Installationen usw. Sogar für die Kinder gibt es Programm. Die Festival-High-End-Variante ist zwar für die Besucher kostspieliger, aber derzeit in der Alterszielgruppe (noch) alternativlos.

"Rock In Vienna" – Blue Moon Entertainment/DEAG Entertainment

"Rock In Vienna" lieferte der Stadt Wien 2015 das in vielen Augen längst überfällige Rockspektakel. Das Debüt sorgte für drei stimmige Konzerttage auf der Donauinsel mit einem gelungenen Konzept aus zwei Hauptbühnen, die abwechselnd bespielt wurden, so dass keine Umbaupausen entstanden. Veranstalter Blue Moon konzentrierte sich auf bekannte Bands aus dem Hard Rock- und Heavy-Metal-Lager (Muse, Kiss, Metallica etc.) – der nationale Opener jedes Tages wurde zuvor in einem Band-Wettbewerb ermittelt. 2016 wird das Spektrum um jüngere Bands erweitert. Ein Festival dieser Größenordnung bedeutet Mut zum Risiko und Durchhaltevermögen, das die LEA-Jury für auszeichnungswürdig hält.

Hallen-Tournee des Jahres

Chilly Gonzales & Kaiser Quartett – Karsten Jahnke Konzertdirektion /Konzertbüro Schoneberg

Ein Abend mit schlichter Bühnengestaltung ohne aufwendige Kulissen und LED-Spielereien – doch wen stört das schon, wenn Chilly Gonzales in Morgenmantel und Pantoffeln die Bühne betritt und sich am Flügel von einem großartig aufspielenden Hamburger Kaiser Quartett (und einem britischen Drummer) begleiten lässt. Der Wahl-Kölner Gonzales verbindet geschickt E- mit U-Musik, Klassik mit Hip-Hop und würzt das Ganze mit viel Humor. Karsten Jahnke präsentiert damit ein weiteres musikalisches Genie, das die Grenzen zwischen Klassik und Pop zum Schmelzen bringt.

Die Teddy Show – "Was labersch Du...?!" – Ralph Schiller

Wie auch bei Buddy Ogün und den unlägst in Rente gegangenen Y-Titty muss man beim Besuch der Teddy Show umfangreiches YouTube-Vorwissen mitbringen. Seine "Umfrage zum Integrationstest" gehört mittlerweile zur optischen Pflichtlektüre im digitalen Bereich. Der Sprung vom Internet auf die Bühne(n) mittlerer Größe innerhalb von rund drei Jahren ist Tedros "Teddy" Teclebrhan mit seiner musikalischen One-Man-Show mehr als gelungen. Dem Veranstalter Ralph Schiller gebührt Respekt, dieses Risiko gewagt zu haben. Höhepunkt der letztjährigen Tour war ein Doppel-Abend in der jeweils ausverkauften Schleyer-Halle in Stuttgart vor mehr als 18.000 Besuchern.

Five Finger Death Punch & Papa Roach – Wizard Promotions Konzertagentur

Die Co-Headliner Tour von Five Finger Death Punch und Papa Roach war eine der positiven Überraschungen des Jahres 2015. Das Publikum sah allabendlich insgesamt vier Bands mit absoluter Spielfreude, begleitet von einem zügigen Bühnenumbau, hervorragend abgestimmtem Licht und einem glasklaren Sound. Die beiden Co-Headliner spielten ein gelungenes Best-Of-Programm und übertrafen mit ausverkauften Venues alle Erwartungen. Veranstalter Wizard Promotions hat Geschick bei seiner Wahl bewiesen, das zuvor in den USA erfolgreich tourende Package nach Deutschland zu holen.

Fettes Brot – "Teenager vom Mars"– KKT - Kikis Kleiner Tourneeservice

Im passenden Bühnenbild zum aktuellen Album "Teenager vom Mars", einer vorwiegend in blau gehaltenen Waldlandschaft, lieferten Fettes Brot im 23. Jahr ihres Bestehens eine der herausragenden Tourneen des Jahres ab. Die HipHopper haben sich für diese Produktion viele Gedanken gemacht, durch diverse Lichteffekte eine von Anfang bis Ende perfekte Stimmung gezaubert. Zum Tourfinale in Hamburg räumte das Trio mit den Gästen von Kraftklub dann noch einmal richtig ab. Eine Band, die keine Ermüdungserscheinungen aufweist und deren Veranstalter Anerkennung verdienen.

Rise Against – x-why-z Konzertagentur

Rise Against sind eine der am härtesten arbeitenden Bands im Livegeschäft, und seit "Hero Of War" sind die Musiker auch in den Mainstream vorgedrungen – allerdings nur mit diesem und vielleicht zwei weiteren Titeln, ansonsten gibt es zwei Stunden lang Punk/Hardcore-Vollbedienung mit perfekt passendem Licht und Wall Of Death-Geschwadern im Publikum. Dabei benötigen Rise Against praktisch keine Werbung, um die Hallen zu füllen – für eine ältere Band sicher nicht selbstverständlich. Die LEA-Jury sagt: Die harte Arbeit von Band und Veranstalter sowie die jedes Jahr größer werdenden Hallen sollte man würdigen.

Agent/Manager des Jahres

Nicolas Gundel / Johannes Oerding – HAM - Hamburg Artist Management

Am Beispiel Johannes Oerding zeigt Nicolas Gundel, das sich jahrelange harte
Arbeit auch in einer schwierigen Branche durchaus noch lohnen kann. Neben dem Singer-Songwriter, den er von Anbeginn seiner Karriere mit viel Herzblut begleitet und aufgebaut hat, betreut der Manager u.a. Alexander Klaws, Alexa Feser und Cäthe. Nicolas Gundel hat Angewandte Kulturwissenschaften studiert und sammelte später praktische Erfahrungen u.a. bei BMG Ariola Hamburg und der Karsten Jahnke Konzertdirektion. Er fungiert heute als Geschäftsführer des Familienunternehmens Cruiser Entertainment und der von ihm mit gegründeten HAM – Hamburg Artist Management.

Ulf Wenderlich / Joris – Valiart Management

Dass Ulf Wenderlich ein Händchen für Erfolg versprechende Künstler hat, zeigt seine jahrelange Arbeit mit der Band Silbermond. Sein aktuell erfolgreichster Künstler ist der 25-jährige Joris Buchholz, den er quasi von der Popakademie Baden-Württemberg abholte und über Nacht zum Star machte. Wenderlich brachte den Singer-Songwriter und Multi-Instrumentalisten bei Four Music unter, die er wie viele andere vom Potenzial seines Künstlers überzeugte. Das Ergebnis für 2015: mit "Herz über Kopf" einer der Popsongs des Jahres sowie eine ausverkaufte, oftmals hochverlegte Club-Tournee. Man darf gespannt sein, wie es mit dem Gespann Joris/Wenderlich weitergeht.

Timo Holstein / Glasperlenspiel – Eigenart Events

Timo Holsteins Geschick ist der rasante Aufstieg von Glasperlenspiel zu verdanken, die neben unzähligen ausverkauften Konzerten 2015 auch den begehrten Platz als Opener für Helene Fischers Open-Air-Tournee zugesprochen bekamen und deren Erfolgskurve für 2016 schon jetzt steil nach oben zeigt. Holstein ist Inhaber und Geschäftsführer der von ihm gegründeten Firma eigenARTevents.com. Bei ihm treffen zwei Welten aufeinander, die sich in diesem Fall perfekt ergänzen: Der gelernte Kaufmann kann selbst als Musiker die Erfahrung von mehr als 1800 Bühnen-Auftritten vorweisen. "Nebenbei" ist Holstein auch Betreiber des Veranstaltungs- und Pressebüros der Stadt Kirchheimbolanden (Rheinland-Pfalz).

Club des Jahres

Große Freiheit 36, Hamburg

Die Historie des Livemusik-Clubs auf der Reeperbahn reicht weit zurück. Bereits in den 1940er Jahren war an diesem Standort das Hippodrom zu finden, das auch als Kulisse für den legendären Hans-Albers-Film "Große Freiheit Nr. 7" diente. Nach dem Krieg traten die Beatles im "Kaiserkeller" unter dem neu errichteten Gebäude auf. Doch erst Mitte der 1980er Jahre eröffnete Karl-Hermann Günther die "Große Freiheit 36" in ihrer heutigen Form. Sein Konzept, einen Konzertclub mit Gastronomie zu verbinden war damals neuartig für den Kiez, aber der Plan ging auf. Die Große Freiheit gilt heute für viele Veranstalter im Rahmen ihrer Tourneen als gesetzt.

Arena, A-Wien

Nicht nur Leonard Cohen soll sie einst als "Best Place in the World" bezeichnet haben: Die Arena in Wien sieht sich nunmehr seit über 30 Jahren als Plattform für kulturelle und soziale Aktivitäten. Konzerte, Solidaritäts-Veranstaltungen, Clubbings, internationale Top-Acts, Partys, Festivals, Open Airs, Freiluftkino und vieles mehr belegen die Vielfalt der Möglichkeiten, die die Arena auf dem ehemaligen Schlachthof-Gelände im Stadtteil Sankt Marx heute bietet. Das Areal beinhaltet unter anderem drei Spielstätten unterschiedlicher Größe. Die frühere Industrie-Architektur mit kahlen Ziegelwänden und diversen Graffiti versprüht dabei einen ganz besonderen Charme.

Z7, CH-Pratteln

Wie sieht die perfekte Konzert-Location aus? Sie braucht eine exzellente Soundanlage, eine große Bühne, genügend Parkplätze und ein ausgeklügeltes System für Getränke, Snacks und Garderobe, das lange Wartezeiten erspart. Sie sollte außerdem eine vernünftige Größe haben: Klein genug, dass man ohne Leinwand ein intimes Konzerterlebnis hat – groß genug, um populäre Interpreten anzuziehen. All dies vereint das Z7 in Pratteln bei Basel. Hier gastieren die großen Namen aus der Rock-, Hard Rock- und Heavy Metal-Szene: von Kreator bis Judas Priest, von Edguy bis Slayer. Beinahe täglich finden Konzerte statt. Ein Verdienst, der zu hundert Prozent auf das Konto von Z7-Chef Norbert Mandel geht.

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