27.01.2012  Recorded Music  Wirtschaft

Hausdurchsuchung bei "berüchtigtem" Musik-Uploader

 

Verden/Diepholz - Die Polizei Diepholz hat bei einer Hausdurchsuchung bei einem "berüchtigen" Musik-Uploader, einem Schlager DJ, mehrere Computer und Speichermedien beschlagnahmt. Dem unter dem Pseudonym DJ Hitman bekannten DJ wird vorgeworfen, mehrere Tausend Songs auf "einschlägigen Download-Portalen" hochgeladen und damit zur illegalen Verbreitung verfügbar gemacht zu haben, teilt der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) mit.

Noch verschärft wird dies durch den Vorwurf, der Mann habe zahlreiche Songs noch vor ihrer offiziellen Veröffentlichung illegal verbreitet. Insgesamt sollen die von ihm so angebotenen Songs in den vergangenen zwei Jahren mehrere Millionen Mal illegal heruntergeladen worden sein. Zu diesen Ergebnis sind die Ermittler der proMedia GmbH gekommen, die im Auftrag von Künstlern und Musikfirmen digitale und physische Copyright-Verletzungen untersucht, so der BVMI weiter.

Die Polizei Diepholz handelte auf Anweisung der Staatsanwaltschaft Verden hin. Monatelange Vorermittlungen gingen dem Strafantrag der Kanzlei Rasch voraus, die im Auftrag einiger Rechteinhaber den Fall angenommen hat. So soll sich der DJ mit Singles und Alben vorrangig auf dem Schlager-Genre bemustert haben lassen und die Titel daraufhin regelmäßig noch vor der jeweiligen Erstveröffentlichung ins Netz zum illegalen Download hochgeladen haben. Es konnte ein "eindeutiger Bezug" zwischen der Bemusterung und den Downloads festgestellt und die Identität von DJ Hitman bestätigt werden. Bei den von DJ Hitman illegal verbreiteten Songs soll es sich um Lieder unter anderem von Andrea Berg , Markus Becker und Olaf Henning gehandelt haben.

Florian Drücke, Geschäftsführer des BVMI, kommentiert: "Der Durchsuchte hat nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen durch die massenhafte illegale Verbreitung von Musikstücken unter anderem vielen deutschen Schlager-Künstlern erheblichen Schaden zugefügt. Wir sind sehr erleichtert, dass nunmehr die notwendigen Beweise vorliegen, um diese illegale Quelle trocken zu legen. Urheberrechtsverletzungen im Internet kennen viele Gesichter – neben dem Vorgehen gegen große Portale wie Megaupload oder kino.to bleibt es für die Eindämmung der Online-Piraterie essenziell, die Hintergründe der illegalen Verbreitung aufzudecken und direkt am Ursprung anzusetzen."

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