05.12.2011
Digital+Mobil
München - Napster geht in den USA endgütlig vom Netz, wie sueddeutsche.de berichtet. Die Mutter aller Online-Tauschbörsen geht nach über elf Jahren in ihrer Heimat offline. Napster bleibt jedoch in Deutschland, Großbritannien und Kanada als eigene Marke erhalten.
Rund 500.000 Napster-Abonnenten sind verblieben, als Rhapsody vor wenigen Wochen die Marke übernommen hatte. Zu Napsters Blütezeiten vor gut zehn Jahren sollen 80 Millionen User bei der Tauschbörse angemeldet gewesen sein. 2002 meldete Napster nach einer Klagewelle von Seiten der Musikindustrie und zahlreichen Künstlern schließlich Insolvenz an.
Seither fungierte Napster als legaler Streaming-Dienst für Musik, der Erfolg blieb jedoch eher aus. Die Besitzer der Marke wechselten dementsprechend oft. Zuletzt besaß vor dem Verkauf an Rhapsody die US-Elektronikkette Best Buy die Rechte an Napster.
Napster gilt als Wegbereiter für den radikalen Umbruch der Musikindustrie durch das Internet. Trotz zahlreicher legaler Download- und Streaming-Portale gehen die Verkaufszahlen von Musik weiter zurück. Napster war Vorreiter für unzählige neue Filesharing-Dienste, die schnellen, kostenlosen, aber auch illegalen Tausch von Musikdateien anbieten.