11.10.2012
Digital+Mobil
New York - Myspace hat seine neue Beta-Version ausgewählten Künstlern und Label-Executives zum Text vorgelegt. Einige der Tester haben ihre Eindrücke gegenüber dem US-amerikanischen Magazin "Billboard" geschildert. Die neuen Myspace-Eigner Specific Media hatten das Soziale Netzwerk 2011 für 35 Millionen US-Dollar gekauft.
News Corp. hatte wenige Jahre zuvor noch 580 Millionen US-Dollar für die Plattform gezahlt. In den letzten Jahren war die Beliebtheit sowie die Nutzerzahlen des Sozialen Netzwerkes immer weiter gesunken. Nun versucht Specific Media, das Konzept von Myspace neu zu gestalten und sein Profil zu schärfen.
Das neue Myspace im Video
Das neue MySpace soll ein Netzwerk für sämtliche Kreative, die Kontakt zu ihren Fans aufbauen möchten, sein. Die Plattform soll eine Kreativ-Gemeinschaft aufzubauen. Doch auch die Fans sollen bei Myspace künftig eine wichtige Rolle spielen und auf den Künstlerseiten einen prominenten Platz erhalten. Zudem wurden mit Facebook und Twitter zwei Konkurrenz-Portale in das neue Konzept integriert.
The new Myspace from Myspace on Vimeo.
Musik im Mittelpunkt
Kürzlich hatten Specific Media und Myspace-Investor Justin Timberlake in einem Video das neue Konzept vorgestellt. Label Executives hatten nun die Möglichkeit, die neue Beta-Phase live zu testen. "Hoffentlich sieht die Realität genauso aus wie das Demo, aber die Inhaber von Specific Media sind sehr kluge Typen und sie kennen die Werbewelt, was sehr wichtig für den zukünftigen Erfolg von MySpace ist", erzählte einer der Tester dem Magazin "Billboard". "Sie haben eine Seite für Kreative und Fans ausgestaltet, die eine eindringlichere Musikerfahrung mit sich bringt als die anderen Sozialen Netzwerke, bei denen es mehr um das Teilen geht. Hier stehen ohne Frage Musik und ihre Entdeckung im Mittelpunkt."
Mehr Transparenz
Ebenfalls im Fokus des neuen Myspace-Konzeptes steht die Transparenz, die letztlich vor allem den Künstlern zugute kommt. "Soziale Netzwerke sammeln tonnenweise Daten und wir versuchen, diese innerhalb der Community nutzbar zu machen, anders als in der althergebrachten und undurchsichtigen Art und Weise. Künstler wollen mehr Transparenz und Informationen darüber, wer ihre wichtigsten Fans sind, also rechnen wir aus wer diese Menschen sind und teilen diese Erkenntnisse mit den Künstlern und mit den Fans", so Myspace-Inhaber Chris Vanderhook. Die Transparenz und der hohe Stellenwert der Fans sind auch für einen weiteren Label Executive, der seinen Namen von "Billboard" nicht genannt haben wollte, die größte Chance für einen erfolgreichen Myspace Relaunch. "Wir haben gerade eine sehr vielschichtige digitale Musiklandschaft. Ich glaube nicht, dass für eine sehr lange Zeit jemand wirklich Sprachrohr für die Fans war." Myspace könnte diesen Platz in Zukunft möglicherweise einnehmen.
Der Myspace Relaunch wird auch Fans des alten Konzeptes nicht überrumpeln. Beide Versionen von Myspace werden nutzbar sein. "Es wird einen separaten Bereich für unsere Nutzer des klassischen Myspace geben. Wir lassen das eine Weile offen. Wir werden später entscheiden, ob wir das alte Modell jemals offline nehmen", so Tim Vanderhook in einem Interview.