18.09.2014  Recorded Music  Messen/Events

"Musikdialog Hamburg" 2014: Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung der Musikwirtschaft initiiert

 

Hamburg - Beim zweiten "Musikdialog Hamburg" diskutierten 50 Entscheidungsträger der Konzert-, Tonträger- und Musikverlagsbranchen mit Partnern aus der digitalen Wirtschaft über die Herausforderungen und Möglichkeiten der Musikwirtschaft.

Im Rahmen dessen waren sich alle Anwesenden einig, dass die Teilbereiche der Musikwirschaft – Tonträger-, Live- und Verlagsunternehmen – an einem Strang ziehen müssen. Um die Politik davon zu überzeugen, bessere Rahmenbedingungen für die Musikbranche zu schaffen, wurde beschlossen eine Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Musikwirtschaft in ihrer Gesamtheit zu beauftragen. Prof. Dr. Wolfgang Seufert, Leiter des Instituts für Kommunikationswissenschaften an der Universität Jena, wurde als Studienleiter bestimmt. Die Ergebnisse sollen zum nächsten "Musikdialog Hamburg" im September 2015 vorliegen.

Mit dieser Studie sollen erstmals umfassende Informationen über den Gesamtumsatz sowie die Umsätze der vielen Teilmärkte, die Anzahl der von ihnen geschaffenen Arbeits- und Ausbildungsplätze und über die Bedeutung des Wirtschaftszweiges als Standortfaktor geliefert werden. Der Hamburger Senat wird sich an den Kosten der Studie zu beteiligen. Eine ähnliche Studie hat übrigens die Handelskammer Hamburg erst vor wenigen Tagen über den Musikstandort Hamburg veröffentlicht, gemeinsam mit dem Vorhaben bis 2025 zur relevantesten Musikstadt Deutschlands zu werden.

Christof Ellinghaus, Vorstandsvorsitzender des Verbandes unabhängiger Tonträgerunternehmen VUT, kommentiert: "Der Schulterschluss der verschiedenen Bereiche der Musikwirtschaft ist zukunftsweisend. Dies beweist auch die Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Musikwirtschaft, die wir gemeinsam auf den Weg gebracht haben und die vom Hamburger Senat unterstützt wird. So wird die Bedeutung der Musikwirtschaft in ihrer Gesamtheit auf eine neue Art und Weise erfasst."

Prof. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie, fügt hinzu: "Die gemeinsame Initiierung des Musikdialogs mit der Stadt Hamburg manifestiert die Erkenntnis, dass die Musikwirtschaft ein wesentlicher Baustein der digitalen Ökonomie ist und mit der Durchführung der Musikmarktstudie wird ein klares Signal für die Offenheit der Kultur- und Kreativwirtschaft zum Umgang mit ihrer Bedeutung als zentraler Inhalteproduzent gesetzt."

Besonders im Vergleich mit der Filmindustrie sieht sich die Musikwirtschaft in puncto Nachwuchsförderung übergangen. Prof. Jens Michow, Präsident des Bundesverbands der Veranstaltungswirtschaft: "Es ist für uns schwer nachvollziehbar, dass der Bund jährlich mehr als 30 Millionen Euro in Förderprogramme und Auszeichnungen der nationalen Filmwirtschaft investiert, während für die Förderung von ausübenden Künstlern im Bereich der Popularmusik gerade mal 10 Prozent dieses Betrages ausgegeben werden." Die Nachwuchs- und Exportförderung bliebe im europäischen Vergleich nach wie vor zurück.

Die Erklärung der Musikwirtschaft wird getragen von den folgenden Verbänden und Unternehmen:

  • Bundesverband Musikindustrie – BVMI
  • Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft – bdv
  • Deutscher Musikverleger Verband – DMV
  • Verband der Deutschen Konzertdirektionen – VDKD
  • Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen – VUT
  • Edel AG
  • Karsten Jahnke Konzertdirektion
  • Peermusic Germany
  • Warner Music Central Europe
  • Reeperbahn Festival

Weitere Themen des vom "Stern"-Journalisten Frank Thomsen moderierten "Musikdialog Hamburg" waren die Erörterung der Chancen und Risiken innovativer Geschäftsmodelle und erforderliche Maßnahmen zur Gewährleistung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit.

Lars Ingwersen, Deutscher Musikverleger Verband: "Es stehen nach wie vor eine ganze Reihe rechtlicher Rahmenbedingungen zur Disposition, die insbesondere die Fragen des Urheberrechts und damit die Interessen der Musikautoren und die sie vertretenden Musikverlage berühren, z.B. Stichwort Providerhaftung. Daher ist eine solch hochkarätige Gesprächsrunde und das offene Ohr der Politik gut und mehr als sinnvoll."

Zu dem "Musikdialog Hamburg 2014" am gestrigen 17. September luden Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz gemeinsam mit Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler im Vorfeld zum Reeperbahn Festival.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz: "Wir wollen mit diesem Dialog die Gelegenheit geben, Dinge zu besprechen, die alle in der Musikbranche etwas angehen sollten. Diese gemeinsame Perspektive auf die Branche ist neu - und sie ist wichtig, um der Sache der Musik mehr Gewicht zu geben. Solche Diskussionsrunden haben Folgen. Sie fördern das Selbstverständnis der Branche und führen zu konkreten Vereinbarungen zum Beispiel zu einer gemeinsamen Musikwirtschaftsstudie. Ich freue mich, dass Hamburg dabei helfen kann, das zu ermöglichen.“

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