07.08.2012
Wirtschaft
Berlin/Baden Baden - Musikdownloads nahmen im ersten Halbjahr 2012 im zweistelligen Bereich zu. Das größte Wachstum verzeichneten Album-Downloads, die mit einem Plus von 34,9 Prozent mittlerweile über die Hälfte aller Download-Umsätze ausmachen.
Zudem stieg der Umsatz mit à la Carte Downloads und Realtones im ersten Halbjahr 2012 in Deutschland um 32 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011. Der Umsatzanstieg insgesamt mit Musikdownloads kletterte auf 19,3 Prozent – weitere knapp fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, berichtet der Bundesverband Musikindustrie e. V. und media control/GfK im Trendbericht zum ersten Halbjahr 2012.
Insgesamt ist das Umsatzniveau auf dem deutschen Tonträgermarkt mit 0,2 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 gar minimal im Plus. Zwar wurden mit physischen Tontägern erneut weniger eingenommen – minus 5,4 Prozent –, dennoch zeichnen CD-Verkäufe für überdurchschnittliche 72 Prozent der Umsätze verantwortlich. Die Umsätze lagen mit physischen Produkten und Downloads bei rund 630 Millionen Euro. Die finalen Zahlen – es handelt sich aktuell lediglich um einen Trendbericht – folgen. Die Einnahmen aus Streaming-Diensten sind in den Trendzahlen nicht enthalten und werden separat bekannt gegeben. 2011 machten Streaming-Dienste zwei Prozent der Musikumsätze aus.
Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des BVMI, kommentiert den Trendbericht: "Jeder fünfte Euro aus Musikverkäufen in Deutschland wird mittlerweile digital erwirtschaftet. Damit befindet sich der deutsche Markt, in dem derzeit rund 70 legale Musikdienste im Internet zur Verfügung stehen, international auf einem digitalen Aufholkurs." Ulrike Altig, Geschäftsführerin media control, fügt hinzu: "Musik-Downloads spiegeln das aktuelle Geschehen sofort und unmittelbar wider, was sich z.B. nach dem Eurovision Song Contest oder während der Fußball-EM zeigte. Besonders erfreulich ist die Download-Performance nationaler Künstler. Im ersten Halbjahr stammten sieben der zehn meistverkauften digitalen Alben von deutschen Interpreten."
Dennoch warnt Drücke davor, im Lichte der positive Entwicklungen den Kampf gegen Piraterie zu vergessen: "Die illegalen Bezugsquellen im Internet bzw. solche Angebote, die Medieninhalte gratis anbieten und keinerlei Lizenzen an die Kreativen und ihre Partner entrichten, stellen nach wie vor das größte Hindernis für nachhaltiges Wachstum in der Musikwirtschaft dar – und einen bedeutenden Risikofaktor für die legalen Musikdienste im Netz. Die Musikindustrie hat sich den Herausforderungen der Digitalisierung gestellt und ein funktionierendes legales Angebot geschaffen. Es ist mehr als überfällig, dass die Rahmenbedingungen für eine effiziente Eindämmung der massenhaften illegalen Umsonst-Angebote im Internet angepasst und damit die Weichen für einen fairen Wettbewerb gestellt werden."