20.07.2011
Digital+Mobil
Baden-Baden - Einer Drei-Länder-Auswertung von Media Control zufolge sind im deutschsprachigen Europa kostenpflichtige Musik-Downloads im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2010 um mehr als ein Viertel gestiegen. Außerdem hat auch der BVMI eine von Media Control/GfK erhobene Statistik veröffentlicht, nach der die Umsätze aus Musik-Downloads deutschlandweit im ersten Halbjahr 2011 um insgesamt 25 Prozent höher waren als im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres.
Insbesondere der Umsatz aus Downloads von Einzeltracks und Alben iste gestiegen: Hier liegt das Plus bei 32,3 beziehungsweise 22,1 Prozent. Downloads von Realtones sanken in der Popularität jedoch um 17,7 Prozent. Laut Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des BVMI, hat das mit der Entwicklung von Smartphones zu tun: "Grund hierfür ist unter anderem die zunehmende Verbreitung von Smartphones, die es den Usern erlauben, digitale Tracks direkt als Klingelton einzusetzen."
Außerdem tummeln sich immer mehr Musikfans auf Download-Seiten: 2010 waren es laut dem BVMI mit 6,7 Millionen 24 Prozent mehr als noch im Vorjahr. In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der Download-Käufer übrigens mehr als verdoppelt.
Unter anderem ist dies wohl auch auf die steigende Zahl der legalen Download-Portale zurückzuführen, von denen es allein in Deutschland mittlerweile 70 verschiedene gibt. "Die Vielfalt des Angebotes an Musik ist enorm groß und wächst stetig. Jeder Musikfan und jeder Internetnutzer kann auf den verschiedenen Plattformen finden, was er sucht – sei es eine Datei, ein Stream oder die klassische CD", bestätigt Dr. Florian Drücke. "Die Behauptung, dass es keine legalen Dienste gäbe, geht längst an der digitalen Wirklichkeit vorbei."
Bei den Menge der Musik-Downloads ist im deutschsprachigen Europa laut der eingangs erwähnten Media-Control-Auswertung die Schweiz Spitzenreiter: Dort wurden im ersten Halbjahr 2011 32 Prozent mehr Songs legal heruntergeladen als noch im gleichen Zeitraum 2010. In Deutschland waren es im Auswertungszeitraum 27 Prozent, in Österreich 26 Prozent mehr als im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres.
Laut Media Control steigt insbesondere die Popularität von sogenannten Bundles, also Single- oder Album-Angeboten, bei denen mehrere Tracks gebündelt heruntergeladen werden. Inzwischen sind hierzulande knapp 15 Prozent der Musik-Downloads Bundles, in Österreich und der Schweiz sind es rund zwölf Prozent – eine Steigerung um rund 33 Prozent in Deutschland, 27 Prozent in Österreich und 19 Prozent in der Schweiz.