24.05.2012  Recorded Music  Wirtschaft

Musicboard Berlin: Themenfindung abgeschlossen

 

Berlin - Am 23. Mai fand im Abgeordnetenhaus Berlin die 2. Anhörung zur Einrichtung eines Musicboards statt. Nachdem in einer ersten Anhörung die Frage "Wie gestalten wir die musikfreundliche Stadt?" erörtert wurde, ging es diesmal darum, wie der Musiknachwuchs in der Hauptstadt sinnvoll gefördert werden kann.

Als Sachverständige hat Björn Böhning, Chef der Senatskanzlei, Joachim Litty und Matthias Jung von der Landesmusikakademie Berlin, Geoffrey Vasseur vom ORWOhaus, sowie Daniel Winkel vom BureauExport Frankreich und Jean Zuber von Swiss Music Export eingeladen. Litty gab erst einen Überblick über bereits bestehende Förderprogramme auf Landes- und Bundesebene, die vom Popkurs Hamburg bis zum bundesweit veranstalteten PopCamp des Deutschen Musikrats reichten. Jung nannte vier konkrete Bereiche, in denen ihm eine Förderung sinnvoll erscheint. Dazu gehören Infrastruktur, Kontakte, Coaching und Medienpräsenz. Vasseur machte ebenfalls konkrete Vorschläge für eine Nachwuchsförderung. Ihm ging es erst einmal um das Bereitstellen von Proberäumen, dann um das Aufklären über bereits bestehende Förderprogramme und nicht zuletzt um das Schaffen von Auftrittsmöglichkeiten. Ein Blick über Ländergrenzen folgte: Winkel stellte die Musikförderung in Frankreich vor. Dort würden zum Beispiel 100 Prozent der von einer Verwertungsgesellschaft nicht verteilbaren Gelder und 25 Prozent Geräte- und Leermedienabgabe in Fördertöpfe fließen. Zudem gebe es Steuervorteile für Labels. Zuber erklärte schließlich, was sich mit einem Etat von nur 350.000 Euro erreichen lässt. Obgleich mit der Hälfte der Mittel die Administrationskosten gedeckt werden, werde die Arbeit des Schweizer Exportbüros als erfolgreich bewertet. Nach den Vorträgen hatten die zahlreich aus Musikbranche erschienenen Gäste Gelegenheit, sich als "spontane Sachverständige" einzubringen.

Auf die zwei Anhörungen folgt nun die Entwicklung eines Konzepts, das dann noch einmal öffentlich diskutiert wird, erklärte Böhning. Als Branchenexperten hat die Senatskanzlei Tim Renner, Motor Entertainment, und Katja Lucker, selbständige Kulturmanagerin, hinzugezogen. 2013 soll das Musicboard, ausgestattet mit einer Million Euro, seine Arbeit aufnehmen, um Berlin als Standort für populäre Musik noch attraktiver zu machen, wie es in der Einladung zur zweiten Anhörung heißt.

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