16.06.2011
Szene
New York - Das Musical "Spider-Man: Turn Off The Dark" hat am 14. Juni nach einer mehr als einjährigen Verspätung endlich am Broadway Premiere gefeiert. Seit Monaten machte die Theater-Show wegen Streitigkeiten, finanziellen Schwierigkeiten und Unfällen bei den Proben weltweit Schlagzeilen. Von Misstimmung war an dem Premiere-Abend wohl kaum etwas zu spüren, berichtet der "Focus".
U2-Frontman Bono, der zusammen mit Bandkollege The Edge und der Musical-Regisseurin Julie Taymor ("Disneys Der König der Löwen") die Musik für das Musical "Spider-Man" schrieb, sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Wie schwierig so eine Produktion ist, haben wir auf die harte Tour gelernt."
Und auch Taymor erklärte, die Show sei der Versuch, etwas Anderes und Schwieriges zu machen. Sie freue sich riesig an dem Abend im Foxwoods Theater bei der Premiere zu sein und sei sehr stolz darauf.
Doch während Bono den Abend als „magische Nacht im Theater“ betitelte, fielen die Kritiken der US-amerikanischen Medien äußerst gespalten aus. Die "New York Times" betitelte das Musical als Langweiler-Show und "USA Today" berichtet von einem "mehr als gefälligen Musical-Blockbuster".
Das "New York Magazine" kritisierte vor allem Bonos Musik, die die größte Schwäche der Show darstelle. Und während im weiteren Verlauf "Spider-Man" als "peinlicher Blindgänger" betitelt wurde, spricht die "Washington Post" von einem "emotional statischen" Hauptdarsteller Patrick Page.
Dennoch – oder gerade deswegen – sind die Tickets für das Musical "Spider-Man: Tur Off The Dark" beim Publikum äußerst begehrt. Und auch die Promis ließen sich das Spektakel nicht entgehen. Zur Premiere kamen unter anderem der US-amerikanische Ex-Präsident Bill Clinton mit seiner Tochter Chelsea, die Schauspieler Matt Damon, Steve Martin, Liam Neeson und Vanessa Redgrave.
Darüber hinaus waren Fernsehmoderatorin Barbara Walters, Regisseur Spike Lee, Komponist Andrew Lloyd Webber und Tennislegende John McEnroe mit dabei.
Musical "Spider-Man" ist endlich am Broadway angekommen. Der Brodway-Channel lässt auch hinter die Kulissen blicken.
Das von Michael Cohl, dem ehemaligen Chairman von Live Nation, produzierte Broadway-Stück "Spider-Man: Turn Off The Dark" gilt mit 70 Millionen US-Dollar (48,5 Millionen Euro) als das bislang teuerste Musical. Während einer Entstehungsphase von acht Jahren kämpfte die Broadway-Show vor allem mit Unfällen bei den Proben.
Unter anderem erlitt eine Darstellerin eine Gehirnerschütterung, einer ihrer Kollegen brach sich beide Handgelenke. Auch die erste Vorpremiere des Musicals war pannenreich : Bei einem der zahlreichen Flugstunts blieb "Spider-Man" einfach in der Luft hängen. Darüber hinaus kam es zwischenzeitlich zu einem Zerwürfnis zwischen den Songwritern Bono und The Edge sowie der Regisseurin Julie Taymor.