06.07.2012
International
London - Eine neue Runde im Kampf gegen den Ticket-Schwarzmarkt in UK: Der weltweit bekannte Festival-Veranstalter Melvin Benn (Festival Republik) fordert von der britischen Regierung gesetzliche Regelungen, um den Ticket-Wiederverkauf zu horrenden Preisen zu stoppen. In einem Beitrag für "The Independent" kritisiert Benn, der u.a. Festivals wie "Latitude", "Reading" und Leads" veranstaltet, er verstehe nicht, wieso der Ticket-Wiederverkauf für die Olympischen Spiele reguliert sei, dasselbe aber nicht für alle anderen Veranstaltungen gelte.
Melvin Benn schreibt: "Ich will, im Gegensatz zu den Ticket-Schwarzhändlern, nicht, dass normale Menschen in Zeiten von Sparpaketen zu hohe Preise zahlen, um Konzerte, Stücke oder Sportpartien zu sehen." Und: "Ich glaube auch, dass es unfair ist, dass die Gewinne aus dem Ticket-Zweitmarkt nicht bei den Unternehmen landen, die das Risiko auf sich nehmen, kulturelle Veranstaltungen wie das 'Latitude' durchzuführen, die hunderte von Bands, Künstler, Autoren etc. zusammenbringen oder bei den Wohltätigkeitsorganisationen, mit denen wir zusammen arbeiten. Stattdessen verschwinden die Gewinne direkt in den Taschen von Schwarzhändlern, die im Gegenzug noch nicht einmal Steuern auf ihre Gewinne zahlen."
Benn setzt sich dafür ein, dass für den Wiederverkauf von Tickets eine Gewinngrenze von zehn Prozent eingeführt wird. Diese Forderung soll von der Aktion FanFair Alliance, die von einigen Politikern und Mitgliedern der Musikindustrie unterstützt wird, in der Öffentlichkeit und der Politik um Unterstützung werben.
In Großbritannien sorgte vor einigen Monaten eine TV-Reportage unter dem Titel „The Great Ticket Swindle“ für Aufregung. Die Journalisten untersuchten die Geschäftspraktiken der Zweitmarkt-Ticketing-Unternehmen Viagogo und Seatwave. Diese hatten angeblich Tickets in größerem Stil von ihren Mitarbeitern kaufen und anbieten lassen.