20.06.2012
International
New York – Sture Anwälte und ungeklärte Rechtsfragen könnten dazu beitragen, dass der Fall Megaupload auch in Monaten oder sogar Jahren nicht geklärt wird.
Die USA verlangt im Fall Megaupload die Auslieferung von Kim Dotcom, erlaubt den Anwälten von Dotcom gleichzeitig jedoch nicht, die Beweise einzusehen, die eine Auslieferung des Megaupload-Gründers bewirken sollen. Das Argument der Anwälte der US-Regierung: Bis zur ersten Anhörung zur Auslieferung Dotcoms am 8. August, könnte die Vielzahl an Beweisen gar nicht zusammengestellt werden, meldet "The Hollywood Reporter".
Die Anwälte von Megaupload-Gründer Kim Dotcom betonten immer wieder, dass es sich um einen komplexen Fall handle. Die US-Anwälte würden die Sache nicht einfacher machen, da sie Zivil- und Strafrecht vermischen würden, so "The Hollywood Reporter" weiter. Die US-Anwälte werfen Kim Dotcoms Verteidigung widerum vor, das Verfahren künstlich in die Länge ziehen zu wollen. Dabei sind es die US-Anwälte, die mit den Beweisen nicht rechtzeitig aufwarten können. Gegen jeden Antrag der Anwälte des Megaupload-Gründers, Akteneinsicht beim zuständigen US-Gericht zu erhalten, legten die US-Anwälte bislang Einspruch ein, heißt es.
Die US-Anwälte würden außerdem bemängeln, dass sich unter Kim Dotcoms Verteidigern ein Anwalt befinde, der bereits für Filmstudios wie Disney und Paramount, also Opfer von Megaupload, gearbeitet habe. Dies sei ein Widerspruch. Die Megaupload-Anwälte verlautbarten, dass sie nicht zur Verhandlung erscheinen würden, sollten sich die US-Anwälte weiterhin stur stellen, heißt es weiter.
Was passiert mit den Daten?
Eine weitere Schwierigkeit, die den Fall Megaupload in die Länge ziehen könnte, ist die Frage nach den beschlagnahmten Daten. Bei geklauten physischen Produkten sei nach einer Beschlagnahmung klar, dass die Produkte ihren ursprünglichen Besitzern zurückgegeben werden. Ein New Yorker Richter vertrete die Meinung, auch bei digitalen Daten so zu verfahren.