25.09.2012
Digital+Mobil
London - Megaupload-Gründer Kim Schmitz alias Kim Dotcom hat Medienberichten zufolge ein neues Filesharing-Netzwerk namens Mega. Die Plattform soll kurz vor der Fertigstellung stehen. Derzeit seien rund 90 Prozent der Entwicklungsarbeit fertig gestellt, twitterte der Megaupload-Gründer, der sich 2013 vor Gericht verantworten muss.
Im Sommer hatte Kim Dotcom zunächst bekannt gegeben, einen neuen Dienst mit dem Namen Megabox angekündigt. Dabei sollte es sich um einen Do-It-Yourself-Musikdienst für Künstler handeln. Wann der Dienst starten soll, und ob sein Launch in Konkurrenz zu Mega steht oder das Projekt mit Start des neuen Netzwerkes vom Tisch ist, wurde nicht bekannt.
Kim Dotcom und seinem Megaupload-Team steht im März nächsten Jahres ein Gerichtsverfahren bevor. Ihnen wird vorgeworfen, mit Megaupload Urheberrechtsverletzungen mit Schäden in Höhe von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar verursacht zu haben. Die Betreiber hätten auf dem Rücken der Rechteinhaber rund 175 Millionen US-Dollar umgesetzt. Der Deutsche Kim Schmitz hält sich für nicht schuldig. Megaupload wurde im Januar stillgelegt, der Betreiber verhaftet. Der Fall Megaupload zog sich daraufhin in die Länge. Grund waren die durch Anwälte hervorgerufenen Verzögerungen und ungeklärte Rechtsfragen. Denn im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Razzia auf Dotcoms Anwesen und die Beschlagnahmung von Beweismaterial durch das FBI, illegal waren. Die einstweilige Verfügung, die gegen den Megaupload-Gründer erlassen worden war, wurde von Richterin Judith Potter ebenfalls als unrechtmäßig eingestuft. Der Rücktritt von Richter David Harvey ist also nur eine von vielen kuriosen Entwicklungen im Fall Megaupload.
Wegen Formfehlern der Behörden drohte der gesamte Megaupload-Prozess zu platzen. Mittlerweile steht fest, dass es vor März 2013 wohl zu keiner Verhandlung kommen wird.