01.08.2011
Szene
New York - MTV wird am 1. August 30 Jahre alt. Der Sender revolutionierte in den 80er Jahren die Musikszene. Als erster Musiksender machte der Sender mit Hauptsitz in New York Musiker wie Blondie , die Dire Straits, Madonna und Michael Jackson zu Mega-Stars. Heute setzt der Sender neben Musik-Clips vor allem auf Comedy- und Reality-Serien. Eine Absage an das Musikvideo sei das jedoch nicht, heißt es.
Mark Knopfler drückte mit seinem Dire-Straits-Song "Money For Nothing" das aus, was viele Künstler und Bands 1985 dachten: "I want my MTV." Den Anfang der Musikvideos bereitete jedoch Michael Nesmith, Ex-Sänger der Monkees. Er kam auf die Idee, Clips zu drehen, weil die Bands dann nicht mehr bei den TV-Sendern vor Ort sein mussten und trotzdem präsent waren.
Der erste Clip, der 1981 bei MTV das Programm startete, war "Video Killed The Radio Star" von der Formation The Buggles. Das Musikfernsehen war jedoch keine zerstörerische Neuerung, sondern vielmehr eine Weiterentwicklung, an die sich auch der Pioniersender MTV erst langsam heran tasten musste: Anfangs standen lediglich 170 Kassetten in den MTV-Regalen. Jede fünfte war von Rod Stewart .
Nicht nur im Bereich Musik-Videos war und ist MTV eine Größe. Die MTV Networks Group veranstaltet auch renommierte Preisverleihungen. Zu den begehrtesten Preisen zählen die MTV Europe Music Awards sowie die MTV Video Music Awards. Letztere gehen am 28. August in Los Angeles über die Bühne. Favoritin ist Popstar Katy Perry .
2011 erfuhr MTV in Deutschland eine gravierende Wandlung. Der Musiksender wurde zum Bezahlsender umgebaut . Formate, die zuvor auf MTV liefen, wechselten mitsamt ihren VJs zum Schwestersender Viva. "Wir erreichen dadurch künftig eine besser ausbalancierte Verteilung der Erlöse. Ich erwarte mir davon mehr Wachstum", so die Erklärung von Dan Ligtvoet, EVP General Manager MTV Networks Germany und Managing Director MTV Networks North.
Die Verwandlung von MTV zum Pay-TV-Sender sowie die Einbindung immer mehr musikfremder Formate haben MTV die Kritik eingebracht, den Musik-Clip zunehmend in den Hintergrund rücken lassen. Auch aktuelle Entwicklungen setzen dem Traditionsformat Musikfernsehen immer mehr zu. Doch moderne Phänomene wie etwa neue Verbreitungswege können für den Videoclip auch eine Chance sein. "Er kommt über das Internet, über das Handy und über Live-DVDs. Der Clip diffundiert", so Henry Keazor vom Institut für Kunstgeschichte der Uni Saarland. "Es gibt heute einfach mehr Angebote. Und die müssen sich das Interesse der Jugendlichen teilen", so Keazor weiter.