10.03.2016  Live Entertainment  Messen/Events

LEA 2016: Begründungen zur dritten Runde der LEA-Nominierten

 

Hamburg - Der PRG Live Entertainment Award (PRG LEA) steigt am 4. April in der Festhalle Frankfurt statt. "musikmarkt" veröffentlicht exklusiv die Jury-Begründungen zur dritten Runde der Nominierten in den Kategorien "Arena-/Stadion-Tournee des Jahres", "Konzert des Jahres" und "Show des Jahres". Außerdem gibt es hier die Begründung zum ersten LEA-Preisträger 2016 in der Kategorie "Künstler-/Nachwuchsförderung des Jahres".

Arena-/Stadion-Tournee des Jahres

AC/DC – "Rock Or Bust World Tour" (United Promoters / AC/DC)

Sie gehören zu den letzten großen Rock-Dinosauriern dieses Planeten und liefern auf der aktuellen "Rock Or Bust" Tour eine sensationelle und unglaublich coole Leistung ab. Dabei ist das Programm fast schon Nebensache, denn es ist seit 30 Jahren konstant – ebenso wie die jeweils zusätzlichen drei Titel des aktuellen Albums. Und weil Angus Young mit 60 Jahren weder den „Bad Boy Boogie"-Strip noch den Ritt auf den Schultern mehr gibt, tritt an deren Stelle eine gigantische Produktion mit einer ausgeklügelten Show das Ganze auf. Bis hin zur LEA-Jury herrscht Einigkeit: Bei einem AC/DC-Konzert kommt man auf seine Kosten, weil die Band abliefert, was man erwartet und die Produktion Maßstäbe setzt.

Helene Fischer – "Farbenspiel – Tournee 2015" (Semmel Concerts/Uwe Kanthak/Helene Fischer)

Top-Leistung von Helene Fischer! Das Team hinter der Frau, die den Schlager in Deutschland revolutioniert hat, nutzt die Gunst der Stunde und setzt mit einer beispiellosen Stadiontour noch einen drauf. Dabei orientiert man sich abermals an großen amerikanischen Produktionen. Neben Veranstalter Dieter Semmelmann mit seinem Team und Manager Uwe Kanthak ist auch die Künstlerin selbst in viele Produktionsprozesse mit eingebunden. Vor, hinter und unter der Bühne rotieren über hundert Mitarbeiter, damit die Show ihr Tempo hält und alle Video-Lichteinspieler und Technik auf den Punkt einsetzen.

Peter Maffay – "Wenn das so ist – Tournee 2015" (Grünland Family Entertainment/Peter Maffay)

Während die Karrieren deutscher Künstler zumeist von Höhen und Tiefen begleitet sind, liefert einer seit Jahrzehnten immer wieder innovative Höchstleistungen: Peter Maffay. So auch 2015 als er mit einer High-End-Produktion auf Tour geht. Das Publikum ist inmitten dieser transparenten Bühne ins Geschehen eingebunden, riesige LED-Screens flankieren die durchchoreografierte Show, die jeweils bis zu 140.000 Euro pro Abend kostete. Ein gigantischer Aufwand für die Grünland Family, der perfekt umgesetzt wurde. Künstlerisch lässt Maffay seinen Mitmusikern ausreichend Raum für Interpretation, Solo und gar eigene Songs, zu denen er sich als Rhythmusgitarrist ins Bandgefüge einreiht.

Deichkind – "Niveau Weshalb Warum – Tour 2015" (Buback Tonträger/Deichkind)

Niveau, weshalb, warum – so der Titel der Tour. Und Deichkind beweisen nach Jahren im Business, warum man nicht nur Niveau, sondern am besten gleich ein ganz eigenes Universum auf der Bühne schaffen sollte. Mit Buback haben sie einen Veranstalter an ihrer Seite, der ihnen die größtmögliche künstlerische Freiheit gewährt. Und das nutzt die Band aus, angefangen beim meditativen Vorfilm über das Intro mit blinkenden Pyramidenhüten und LED-Gürteln bis hin zu mittlerweile als Klassiker zu bezeichnenden Aktionen wie den Ausflügen ins Publikum mit Gummiboot und überdimensionalem Bierfass. Als Neuerung gibt es eine Polonäse – schräger geht's wohl kaum. Wenn Band und Veranstalter allabendlich ein kleines großes Fest feiern, gibt es dafür von der Jury eine LEA-Nominierung.

Konzert des Jahres

AC/DC – Red Bull Ring, Spielberg/Österreich (United Promoters /LS Konzertagentur)

Die Rock'n'Roll-Maschine AC/DC machte 2015 während ihrer "Rock Or Bust World Tour" auch in Österreich Station, wobei ihr Konzert am Red Bull Ring in Spielberg gigantische Ausmaße erreichte: Mit United Promoters an ihrer Seite konnte die heimische LS Konzertagentur über 100.000 Zuschauer begrüßen – Rekord! Und das größte Open-Air-Konzert in Austrias Geschichte brachte alles mit, was dazu nötig war: Neben einer Top-Bühnengestaltung und ausgeklügeltem Licht überzeugte die Show mit einer gewohnt spielfreudigen Band. Zudem gelang es, die örtliche Abwicklung der An- und Abreise mit Hilfe freundlicher Security zu meistern.

Samy Deluxe – Stadtpark, Hamburg (Buback Tonträger/Samy Deluxe)

Das Konzert zum 20. Bühnenjubiläum von Samy Deluxe im Stadtpark geriet zu einer Party, über die am Folgetag ganz Hamburg sprach. Veranstalter Buback mit Friederike Meyer und Thorsten Senf bewies von der Wahl der Location bis hin zu Set und Gästen ein goldenes Händchen und bescherte dem Hamburger Rap-Urgestein am 12. September 2015 einen Abend, den es so schnell nicht vergessen wird. Drei Stunden, 5000 Fans, unter den Gästen Jan Delay, Absolute Beginner, Dendemann, Max Herre, Afrob und, und, und. Dass Samy, der Meister des Schnellfeuer-Rap, kurze Zeit später wieder auf Clubtour durch die Lande unterwegs ist, verleiht diesem Abend im Stadtpark erst recht die besondere Note und die Aufmerksamkeit der LEA-Jury.

"Kaisermania" – Elbufer, Dresden (Semmel Concerts/Kaisermania)

Roland Kaiser und Dresden – das ist ein Phänomen. Seit deutlich mehr als zehn Jahren gastiert der Künstler jährlich am Dresdner Elbufer. Und der Erfolg der von Dieter Semmelmann veranstalteten Konzertreihe ist stetig gewachsen. Die Zahlen sprechen für sich und haben auch die LEA-Jury überzeugt: 2015 kamen 50.000 Besucher an vier ausverkauften Abenden zur "Kaisermania". Im Lauf der Jahre haben dort mehr als 230.000 begeisterte Schlager-Fans getanzt, gesungen und gefeiert. Ungläubige können sich davon im Internet oder durch die aktuelle DVD selbst überzeugen. Und Semmel Concerts schreibt die Erfolgsgeschichte bereits weiter. Schon jetzt ist die "Kaisermania" 2016 ausverkauft.

James Taylor – Laeiszhalle, Hamburg (Marek Lieberberg Konzertagentur/James Taylor)

Was soll man zu einem Ausnahmekünstler wie dem fünffachen Grammy-Gewinner James Taylor noch sagen? Er ist ein Mann, der durch die Dauer seine Karriere, seine wirklich einmalige Stimme und seinen Charme überzeugt. Das Programm in Hamburg: ein Querschnitt durch sein in über 40 Jahren angewachsenes Repertoire – präsentiert in der Laeiszhalle vor einem Publikum, das den Künstler schon mit Standing Ovations begrüßte. Veranstalter Marek Lieberberg beweist, dass er in allen Genres und allen Altersgruppen zu Hause ist und ein Händchen für erfolgreiche, aber noch mehr für außergewöhnliche Künstler besitzt. James Taylor geht in Hamburg mit der Zeit, gibt während der Pause Autogramme und lässt die moderne Selfie-Manie mit Größe und Gelassenheit über sich ergehen. Für viele Besucher und die LEA-Jury bleibt als Fazit zurück: ein unvergesslicher Abend.

Kraftwerk – Neue Nationalgalerie, Berlin (MCT Agentur/Kraftwerk)

Kraftwerk sind als Gesamtkunstwerk immer genial. Da ist man auch in der LEA-Jury voreingenommen. Die Formation um Ralf Hütter integriert heute zeitgenössischen Sound bruchlos in ihre Musik. Vier Musiker auf der Bühne kommunizieren fast gar nicht mit dem Publikum – das gehört zum Konzept. Unverkennbar wird live gespielt, die Musik steht einem guten DJ-Set in nichts nach. Zwei Stunden lang ohne Pause wurde das Publikum in Berlin mit 3D-Brillen in eine ausgeklügelte Fantasiewelt entführt. Der markante Bungalow-Bau der Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe passte bestens zur Band und zu ihrem Legenden-Status. Live steht Kraftwerk seit vielen Jahren MCT zur Seite – eine fruchtbare Kollaboration, und im Berliner Ergebnis genial.

U2 – Mercedes-Benz Arena, Berlin (Wizard Promotions Konzertagentur/Marek Lieberberg Konzertagentur)

Einen "heißen" Abend hatte Bono zu Beginn des Konzerts angekündigt, und der wurde es in der Tat. Vor 18.000 begeisterten Fans präsentierten sich die Iren mehr als zwei Stunden lang in Bestform, allem voran ihr erblondeter Frontmann. Auf technischer Seite präsentierten die Veranstalter Marek Lieberberg (MLK) und Ossy Hoppe (Wizard Promotions) eine Hightech-Bühne allererste Güte mit begehbarer Videowand über einen Laufsteg, der quer durch die Halle die Front Stage mit einer Acoustic Stage verband. Dazu kam ein erwartungsgemäß fantastisches Lichtdesign. Wer der Meinung war, der Weg zurück sei nach der „Stadion-Krake“ beinahe unmöglich, wurde eines Besseren belehrt. Die Jury ist überzeugt und nominiert den Berliner Abend mit U2 für einen LEA.

Show des Jahres

"Disney's Aladdin - Das Musical" (Stage Entertainment)

Üppig, farbenfroh, zauberhaft. Das neue Musical "Aladdin" begeistert derzeit das Hamburger Publikum zu Recht. Rund 1800 Zuschauer besuchen an ausverkauften Abenden das Theater Neue Flora. Erzählt wird die Geschichte des Straßenjungen Aladdin, der das Herz von Prinzessin Jasmin gewinnen möchte und sich dafür in einen Prinzen verzaubern lässt. Das Musical basiert auf dem gleichnamigen Disney-Zeichentrickfilm von 1992, der wiederum auf einem Märchen aus der Märzchensammlung "1001 Nacht" beruht. Komponist Alan Menken ergänzte die Musical-Version um einige Songs. Bisher war „Aladdin“ in New York und Tokio zu sehen, Hamburg ist die erste Station in Europa. Die LEA-Jury sagt: Stage Entertainment ist mit der deutschsprachigen Ausgabe ein großer Coup gelungen.

"Bodyguard – Das Musical" (BB Promotion)

In der deutschen Ausgabe des Musicals "Bodyguard", möglich gemacht durch BB Promotion, steht Patricia Meeden als Rachel Marron auf der Bühne im Mittelpunkt. Jürgen Fischer verkörpert ihren Bodyguard. Meeden beweist hier einmal mehr, dass sie zu den besten Musical-Darstellerinnen des Landes gehört. Sie meistert die schnellen und lauten Popsongs wie "Queen of the Night" oder "I Wanna Dance With Somebody", trifft aber auch die ruhigeren Töne und ist das Ass im Ärmel der Produzenten. Dabei glänzen Meeden und ihr Partner Fischer auch schauspielerisch. Doch nicht nur die Hauptdarsteller und das Ensemble, sondern auch die Kostüme und das Bühnenbild der Show machen viel her. Eine aufwendige Bühne mit ausgefeilter Technik weiß ebenfalls zu überzeugen.

Serdar Somuncu – "H2 Universe" (Agentur B.o.A / Serdar Somuncu)

Auf die Frage, ob er auf der Bühne eine Rolle spiele oder "wirklich so sei", antwortete Serdar Somuncu einmal: "Natürlich spiele ich eine Rolle, und in dieser Rolle kann ich mir Dinge erlauben, die sonst nicht möglich wären." Wer sich darauf einlässt, der wird perfekt unterhalten, pardon, von der ersten Minute an beschimpft – und hat enormen Spaß daran. Licht, Ton, Bühnenbild – alles gelungen, aber bei einem lauten Performer und Wortkünstler wie Somuncu absolute Nebensache. Der emsige Bühnen-Berserker spannt den Bogen von Aufklärung bis Ablenkung, von ordinär bis intellektuell – und ist damit eine Ausnahmeerscheinung. Gut so, attestiert die LEA-Jury, besonders in Zeiten wie diesen. Und B.o.A. steht ohnehin für "Betreuung origineller Artisten", und das passt perfekt.

"Havana Nights – Die Karibische Dinnershow" (agenda production)

Erstens: Die Lage ist nicht ideal, und das "Grandezza"-Palastzelt besitzt nicht allzu viel Charme. Zweitens: Die Songs kommen zur Hälfte vom Band. Doch dann kommen sie und lassen mit einem Schlag die vermeintlichen Mängel vergessen: 36 mitreißende Artisten und Tänzer und eine Band mit hinreißender Bandleaderin aus Kuba. Mit der Show "Havana Nights" auf der Trabrennbahn in Hamburg-Bahrenfeld präsentiert agenda production einen gelungenen Mix aus karibischer Lebens- und Gaumenfreude, Tanzbesessenheit und Spitzenakrobatik. Dabei ist der Veranstalter stets bemüht, ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten, was ihm vortrefflich gelingt: eine Liveband mit karibischen Rhythmen zur Begrüßung, dazu einen kubanischen Cocktail. Wichtigste Zutat ist: Authentizität! Die Choreographien sind eindrucksvoll, die Akrobatik spektakulär, die gute Laune spürbar. Eine LEA-Empfehlung für dieses Karibik-Flair für alle Sinne ist agenda-production-Geschäftsführer Shalva Beniashvili sicher.

Eurovision Song Contest 2015 in Wien (Österreichischer Rundfunk)

Der Mai ist gekommen und Österreichs Metropole Wien steht komplett Kopf. Was war geschehen? Nach wiederholten Versuchen gab es 2014 mit Conchita Wurst fast fünf Jahrzehnte nach Udo Jürgens wieder einen österreichischen Gewinner beim Eurovision Song Contest. Unmöglich für die Jury des LEA, am größten Wettsingen der Welt vorbei zu kommen, das 2015 im Land des Vorjahressiegers gastierte. Aus der Wiener Stadthalle sendete der federführende ORF ein Ton-, Licht- und Videospektakel der Extraklasse. Unter dem Motto "Building Bridges" verfolgen 180 Millionen TV-Zuschauer das Event. Im 60. Jubiläumsjahr des ESC gingen Deutschland und Österreich mit ihren Künstlern leer aus, die Veranstaltung aber bekommt zwölf Punkte und eine Jury-Empfehlung für einen LEA.

Künstler-/Nachwuchsförderung des Jahres

Klasse! Wir singen (Singen e.V.) – LEA-GEWINNER

Hinter „Klasse! Wir Singen“ verbirgt sich ein vorbildliches Konzept: Man nehme alle Schüler der Klassen eins bis sechs und lasse sie im Unterricht Heimatlieder und Co. einstudieren. Anschließend bucht man eine Spielstätte wie die TUI-Arena in Hannover oder die noch größere Barclaycard-Arena in Hamburg und teilt den Eltern mit: „Ihre Kinder singen alle gemeinsam." Alle Eltern kaufen Tickets (sowie vorab für die Auftritte entsprechende T-Shirts) und kommen zur „Show“, sechs oder sieben Mal pro Location, oftmals mit zwei Durchläufen pro Tag. Die Schulklassen mit den Schülern belegen ein Drittel der Plätze, die Eltern den Rest. Und dann wird 90 Minuten lang gesungen, was in den einzelnen Klassen der Schulen vorher einstudiert wurde. Politik und Stars wie Rudolf Schenker (als musikalischer Botschafter in Hannover) standen unterstützend zur Seite, Funk und Fernsehen berichteten überschwänglich. Und anschließend frohlockt einer: der Ideengeber, Motor und Moderator des Ganzen, Gerd-Peter Münden. Die LEA-Jury sagt: „Klasse! Wir singen“ ist eine Aktion, die das Singen in Schule, Freizeit und Familie nachhaltig fördert, die Kinder motiviert, ihr Selbstvertrauen stärkt und dabei auch noch finanziell erfolgreich ist. Ales richtig gemacht. Klasse! Gerd-Peter Münden.

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