10.08.2012
Spielstätten
München - Jetzt steht es endgültig fest: Die LANXESS arena in Köln geht an CTS Eventim. Wie das Ticketing-Unternehmen in einer offiziellen Mitteilung berichtet, wurde der Vertrag zwischen der CTS Eventim AG und der Arena Management GmbH (AMG), dem Betreiber der LANXESS arena, bei einer gestrigen Sitzung unterzeichnet. Die Verkaufssumme wurde nicht bekannt gegeben.
Erwerberin der LANXESS arena ist die von Eventim zu 100 Prozent gehaltene Arena Holding GmbH. Der Vollzug der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden.
Stefan Löcher, Geschäftsführer der Arena Management GmbH: "CTS EVENTIM ist ein außerordentlich leistungsfähiges Unternehmen, das mit seinem Portfolio über eine umfassende fachliche Kompetenz verfügt. Darüber hinaus erwarten wir von der Zusammenarbeit mit CTS EVENTIM wertvolle Synergie-Effekte, die auch das Angebot der LANXESS arena mit ihrem breit gefächerten, qualitativ hochwertigen Event-Portfolio stärken."
Die Kölner Spielstätte ist nun die zweite von CTS Eventim betriebene Spielstätte. 2008 übernahm der Ticketing-Dienstleister die Berliner Waldbühne.
Von ersten Kaufangeboten der LANXESS arena berichtete bereits im Spätsommer 2011 die Tageszeitung "Kölner Rundschau". Damals hieß es, der amerikanische Konzerns Anschutz Entertainment Group (AEG) und CTS Eventim haben ein gemeinsames Kaufangebot abgegeben – wobei CTS Eventim an einer Mehrheit an der Betreibergesellschaft interessiert sei. Vor zwei Wochen hingegen wurde laut zahlreichen Medienberichten AEG als angeblich neuer Betreiber der Kölner Spielstätte bestätigt.
Auf Anfrage von "Musikmarkt" gab es sowohl bei der Arena Management GmbH als auch von AEG keine Stellungnahme zu der Thematik. Stefan Löcher erklärte noch im Februar 2012, es habe sich eine starke Bietergemeinschaft formiert, mit denen die Arena in engen Verhandlungen stünde. Er könne allerdings keine genaueren Informationen zum Vertragsabschluss abgeben, da er den "Verkaufsprozess nicht gefährden bzw. beeinträchtigen" wolle.
Grund des Verkaufs lag laut Informationen der "Kölner Rundschau" an der bilanziellen Überschuldung der LANXESS arena. Von Kosten, darunter Mietzahlungen in Höhe von jährlich 6,6 Millionen Euro, die die Multifunktionshalle die letzten Jahre nicht erwirtschaften konnte, war die Rede. Für den Verkauf der Arena Management GmbH setze sich laut der "Rundschau" vor allem die Bank Sal. Oppenheim als größter Einzelgesellschafter mit einem Anteil von 20 Prozent ein. Weitere Anteilseigner stammen aus dem Umfeld der früheren Oppenheim-Führung und des Immobilienentwicklers Josef Esch bzw. aus dem Pool an Investoren der Oppenheim-Esch-Holding.
Die von Sal. Oppenheim und Esch ins Leben gerufene Holding hatte damals einen Immobillienfonds gegründet, über den die LANXESS arena an ihren Veranstalter vermietet wird. Seit 2010 ist die Bank Sal. Oppenheim eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Bank, die jüngst angekündigt haben soll, die Geschäftsbeziehungen zu Immobilienentwickler Esch kappen zu wollen, so die "Rundschau".