26.10.2012  Recorded Music  Szene

Joachim Witt "Gloria"-Video: keine Indizierung | mit Video

 

München - Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat das Video zur Single "Gloria" von Joachim Witt für unbedenklich erklärt. Die Prüfungskommission kam Berichten zufolge zu dem Ergebnis, dass bei Joachim Witts "Gloria" "eine Jugendgefährdung (…) nicht festgestellt werden konnte, da das Angebot nicht geeignet ist, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen Persönlichkeit zu gefährden".

Joachim Witt "Gloria"-Video. Auf tape.tv könnt ihr übrigens noch weitere Musikvideos von Joachim Witt sehen!


Joachim Witts "Gloria"-Video thematisiert die Grausamkeit von Krieg, Naturkatastrophen und Religionen. "Im Gegensatz zu dem Liedtext von 'Gloria', in dem es um Liebe geht, wollten wir die Abgründe der Gesellschaft darstellen", so Joachim Witt. "Also Krieg und Gewalt, das weltweite Umweltproblem. Und, als drittes Thema, das Religionsproblem. Damit meine ich nicht nur die katholische Kirche, sondern den Drang zur Missionierung insgesamt."

Die erbosten Kommentare von Mitgliedern der Bundeswehr, bezogen auf die Kriegszenen in Joachim Witts "Gloria"-Video, in denen auch eine Vergewaltigung durch mehrere Soldaten angedeutet wird, haben die Kommission für Jugendmedienschutz auf den Plan gerufen, welche das Video nach dem Antrag des Familienministeriums prüfen musste. Sie kam jedoch zu dem Ergebniss, dass gerade einer der dargestellten Soldaten "als empathisch veranlagte, für Kinder und Jugendliche eher positive Identifikationsfigur" gelten könne.

"Der Musikvideoclip enthält auf der Bildebene vereinzelt einige problematische Elemente, welche aber in der Gesamtbewertung nicht an die Intensität einer Jugendgefährdung heranreichen. Die im Video enthaltenen Gewaltdarstellungen wie die Vergewaltigung einer Frau, die Darstellung eines toten Kindes, das Verbrennen eines ölbeschmierten Fabelwesens und die Selbstgeißelung eines dreiäugigen Mannes sind weder explizit noch reißerisch inszeniert, sondern werden lediglich kurz gezeigt und nur angedeutet. Hinzu kommt, dass diese angedeutete Darstellung von Gewaltszenen durch die Sichtweise des beobachtenden Soldaten, der sich vom Geschehen distanziert bzw. dieses lautstark betrauert, noch gebrochen und relativiert wird", heißt es in der Stellungnahme der Bundesprüfstelle zu Joachim Witts "Gloria"-Video.

"Die Begründung der Bundesprüfstelle scheint mir sehr ausgewogen und geprägt von größtmöglicher Objektivität", kommentierte Joachim Witt die Beurteilung. "Gloria" ist eine Singleauskoppelung aus dem neuen Joachim-Witt-Album "Dom". Das Video zu Joachim Witts "Gloria" wurde allein auf YouTube mittlerweile über eine halbe Million Mal angesehen, allerdings sind über die Hälfte der Bewertungen negativ.

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