12.10.2010  Recorded Music  International

Irland: Rückschlag für Rechteinhaber

 

London - Die vier Majors und der irische Branchenverband IRMA erlitten in einem Filesharing-Prozess einen Rückschlag. Gemeinsam hatten sie eine einstweilige Verfügung gegen Irlands drittgrößten TV- und Internetanbieter UPC gefordert. Das Gericht lehnte die Forderungen ab – mit der Begründung, die irische Rechtsprechung entspräche nicht den EU-Vorgaben. Die Labels hatten UPC aufgefordert, illegale Inhalte aus seinem Netzwerk zu nehmen.

Peter Charleton, der zuständige Richter, hatte erst im April in einem ähnlichen Fall der IRMA recht gegeben. Damals musste Irlands größter Internetanbieter Eircom versichern, mit der Implementierung des Drei-Stufen-Modells zu beginnen. Das Urteil wurde von den Majors und der IRMA als Sieg für Rechteinhaber gefeiert.

Dass der selbe Richter nun in einem ganz ähnlichen Fall anders entschied, enttäuschte laut "Irish Times" vor allem den irischen Branchenverband. Charleton lehne illegales Filesharing entschieden ab, allerdings entspräche der Wortlaut der aktuellen Gesetzestexte nicht dem der EU. Vertreter der Musikindustrie, ISPs und die Regierung müssen sich nun erneut auf wirksame Anti-Piraterie-Maßnahmen einigen.

Eircom ist der bisher einzige Internetanbieter in Irland, der sich für das "Three Strikes"-Modell ausgesprochen hat – bislang jedoch, ohne Kunden vom Netz zu trennen. Laut "Music Week" suche der ISP nun rechtlichen Beistand. Unter den neuen Entwicklungen hätte Eircom als einziger Dienst, der Jagt auf Filesharer macht, schließlich Wettbewerbsnachteile.

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