18.09.2012
Wirtschaft
Brüssel - Impala hat einen Aufruf an die Europäische Kommission gerichtet, den Universal/EMI-Merger noch zu verhindern. Die Deadline für die Entscheidung des europäischen Exekutivorgans rückt immer näher. Impala rief die Kommission dazu auf, ihrer Aussage vom Juni diesen Jahres treu zu bleiben, in dem sie sagte, der Merger könne eine Gefahr für alle Mitgliedsstaaten darstellen.
Zudem ruft Impala dazu auf, darüber nachzudenken, ob es sinnvoll sei, wenn sich die Musikbranche zu einem Rennen zwischen zwei großen Wettbewerbern entwickle. Universal als größtem Tonträgerunternehmen durch den Universal/EMI-Merger zu erlauben, seine Marktmacht noch größer auszubauen, stehe den Bedenken der Europäischen Kommission über die Zukunft des digitalen Marktes und dem Urheberrecht sowie deren Bemühungen, das Potenzial kleiner Akteure in kreativen Branchen zu stärken, entgegen.
"Universal daran zu hindern, seine Marktmacht auszubauen, indem es einen der größten Konkurrenten kauft, ist der einzig logische Schritt. Es ist nicht erkennbar, wie die Zweifel der Europäischen Kommission verwischt werden konnten. Zuvor hatten sie geäußert, dass der Merger eine Auschließung anderer Wettbewerber bedeuten würde sowie Preissteigerungen und andere Probleme. Wenn Europa Wettbewerb und Vielseitigkeit will und dabei Unternehmen und Konsumenten vor Urheberrechtsverletzungen bewahren will, dann ist das jetzt der Zeitpunkt zu handeln", so Helen Smith, Executive Chair Impala.
Längst nicht alle Führungsfiguren aus der Impala-Rige sind allerdings gegen den Universal/EMI-Merger. Ende Juli äußerte sich IMPALA-Co-President Patrick Zelnik dahingehend, dass der Deal "unter den richtigen Umständen eine wettbewerbsfähigere Branche schaffen" könne. Medienberichten zufolge sollen sich Universal und diverse Impala-Mitglieder in der Merger-Frage bereits angenähert haben – Universal stellte dem Indie-Verband eine Finanzspritze zur Unterstützung des Independent-Sektors in Aussicht. Zudem sind auch viele Impala-Mitgleider – inklusive Patrick Zelnik und sein Naive Records – an den Labels interessiert, die Universal im Zuge des Mergers abstoßen würde, um die Zusage der Kartellbehörden zu bekommen.
Die EU-Kommission hat nicht mehr lange Zeit, um sich pro oder contra den Universal/EMI-Merger zu entscheiden beziehungsweise die Konditionen zu bestimmen: Am 27. September muss die Entscheidung schriftlich vorliegen. Zuletzt hieß es, den Regulatoren gingen die Zugeständnisse seitens der Universal Music Group nicht weit genug und mittlerweile soll die EU-Kommission verlangen, dass Universal Music die vorgeschlagenen Labels welt- und nicht nur EU-weit abtritt. Derweil wurde die erste Zahlung von 1,25 Millarden US-Dollar von Vivendi an EMI-Eigner Citigroup bereits getätigt.