28.06.2011  Recorded Music  Schweiz

IFPI Schweiz: Geschäftsführer Beat Högger geht

 

Zürich - Beat Högger, Geschäftsführer der IFPI Schweiz, ist von seinem Posten zurückgetreten. Als Grund werden u.a. die laufenden Untersuchung der Schweizer Charts durch die Weko sowie Ermittlungen deutscher Steuerfahnder genannt.

Die IFPI Schweiz steht seit längerem unter Beschuss. Anfang Juni gab die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) bekannt, nach einer Vorabprüfung eine Untersuchung des Verbands und seiner Mitglieder in die Wege zu leiten. Stein des Anstoßes: Angeblich sollen die Schweizer Charts manipuliert worden sein. "Es bestehen Anhaltspunkte dafür, dass Parallelimporte behindert, gewissen Unternehmen die Aufnahme in den Verband IFPI Schweiz verweigert und die Erstellung einer repräsentativen Schweizer Hitparade verhindert wurde", hieß es dazu von Seiten der Weko. Deshalb will die Weko nun die Aufnahmebedingungen in die IFPI Schweiz sowie das Charts-Reglement untersuchen. Des weiteren steht Höggers Lizenzfirma IP Gate im Verdacht, Gelder veruntreut zu haben.

Nun hat sich die IFPI Schweiz von ihrem Geschäftsführer Beat Högger getrennt. "Beat Högger hat sich aufgrund aktueller Diskussionen um seine Nebentätigkeit in einer privaten Unternehmung entschlossen, sein Amt als Geschäftsführer der IFPI niederzulegen", ließ die IFPI Schweiz vermelden. Angeblich in gegenseitigem Einverständnis. Ivo Sacchi fungiert indes weiterhin als Präsident der IFPI Schweiz.

Zahlreiche Schweizer Medien hatten in den vergangenen Wochen über den Streit um die Schweizer Charts berichtet. Das Musik-Portal 78s.ch rief sogar zu einer Petition auf und forderte von Radio DRS 3, auf die Ausstrahlung der Hitparade solange zu verzichten, bis die Angelegenheit offiziell geklärt sei. "Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hat zur Kenntnis genommen, dass die Wettbewerbskommission eine Untersuchung gegen die IFPI Schweiz eröffnet hat und wartet gespannt auf das Ergebnis", so SRF-Mediensprecher Marco Meroni gegenüber "Musikmarkt". "SRF erhebt die Schweizer Musik-Charts nicht selber, sondern erhält die Daten von Media Control. Die Hitparade auf DRS 3 ist eine der beliebtesten Radiosendungen der Schweiz und es ist SRF sehr wichtig, dass die erhobenen Daten auch den Tatsachen entsprechen. DRS 3 sendet die Hitparade weiter und beurteilt die Situation dann nach Abschluss der Weko-Untersuchung."

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