14.01.2016  Recorded Music  Szene

Howard Carpendale und der 70er

 

München - Sänger Howard Carpendale feiert am 14. Januar seinen 70. Geburtstag. Zudem steht dieses Jahr sein 50. Bühnenjubiläum an.

Der Mann ist klare Kante. Wunderbar direkt und mit dieser direkten Art kontinuierlich höchst erfolgreich 70 zu werden, das spricht für ihn, für seine Musik, seine Show. Geboren in Südafrika, musikalisch erfolgreich in Deutschland, ist es sein eigener Zugang zu Musik, der den Unterschied macht.

Ich erinnere mich gerne an ein Gespräch mit Howard Carpendale. Vor einigen Jahren, bei Kaffee und Wasser in einem Hotel in Wien. Es ging dabei auch um die Phrasierung der Deutschen. Das ist ein Kapitel für sich und eines, worüber er gerne spricht. "Auf die Frage, was Schlager ist, habe ich noch immer nicht die richtige Antwort gefunden", erzählte er und vermutete, dass hinter dem Klatschen auf die Eins und Drei das Marschgefühl der Deutschen steckt – und ich bin mir bis heute sicher, dass er auf seine Art Recht hat. Die Art des Klatschens, sie liegt den Menschen wahrscheinlich in den Genen.

Carpendale hat als junger Kerl in London gelebt, ist mit "Swinging London" musikalisch sozialisiert worden und fand sich plötzlich mit dem "Schönen Mädchen von Seite Eins" in einem Groove wieder, der nicht so ganz der seine war. Einer, mit dem er gutes Geld verdiente, aber irgendwie nicht verstanden hat, was er da zu singen hatte. Die ersten Texte wurden ihm im Studio in Lautschrift in die Hand gedrückt. Howieever, gutes Geld war es trotzdem, aber der Zug zur kreativen Emanzipation war nicht aufzuhalten. Da spielte die Phrasierung der Stimme eine große Rolle.

"Auf dem Beat singen", sagte man ihm damals, denn "so wird das in Deutschland gemacht". "Aber ich bin draufgekommen, dass ich Musik, die ich nicht mag, auch nicht singen kann" – und so begann er, selbst zu komponieren und seine Stimme so einzusetzen, wie ihm sein Bauch sagte, dass es gut ist.

Schritt für Schritt machte er sich auf den eigenen Weg und sein Publikum ging diesen mit ihm. Bis heute – und er wird auch übermorgen noch die Hallen füllen. Er mag die Musik, die er auf seine Art singt. Die Menschen mögen sie auch. Alles Gute zum 70er, Mr. Carpendale!

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