11.02.2016  Recorded Music  International

"Happy Birthday"-Vergleich kostet Warner/Chappell über 30 Mio. Dollar

 

Los Angeles – "Happy Birthday" ist Allgemeinbesitz – dies entschied ein US-Richter im vergangenen Herbst. Nun werden die finanziellen Folgen für Warner/Chappell deutlich: Auf den Verlag, der seit den 80er-Jahren (rechtswidrig) Lizenzgebühren für die Verwendung des Songs von Filmemachern etc. einsammelte, kommen Verluste im zweistelligen Millionenbereich zu.

Warner/Chappell hatte seine Forderungen nach dem Urteil im Schnellverfahren aufgegeben. Der Vergleich sieht vor, dass der Verlag zunächst 14 Millionen US-Dollar an diejenigen zahlen muss, die in der Vergangenheit eine Lizenz für "Happy Birthday" erworben hatten. Dazu kommen noch Gerichtskosten in Höhe von 4,6 Millionen US-Dollar, und – da der Song nun der Allgemeinheit gehört – ein Verlust von wohl über 14 Millionen US-Dollar an zukünftigen Lizenzzahlungen, die in den USA noch bis 2030 geflossen wären, berichtet completemusicupdate.com.

Durch den Vergleich, der noch von einem Richter bestätigt werden muss, wird der Streit kein Strafverfahren nach sich ziehen. Bei solchem hätten die Kläger vermutlich gefordert, dass das Unternehmen für die rechtswidrige Verwertung des Songs über die letzten Jahrzehnte hinweg finanzielle Entschädigung leisten müsse.

In Europa wird der Song am 1. Januar nächsten Jahres zum Allgemeinbesitz werden – 70 Jahre nach dem Tod der Mit-Autorin und -Komponistin Patty Hill am 25. Mai 1946. Bis dahin ist jedoch unklar, wer die Textrechte innehat. Laut Gerichtsbeschluss wurden diese der Summy Company niemals übertragen.

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