18.01.2012
Digital+Mobil
Berlin - Grooveshark ist offline – zumindest in Deutschland. Der Streaming-Dienst nennt zu hohe GEMA-Forderungen als Grund für den Betriebsstopp. Erst vor kurzem hatte die GEMA neue Tarife für werbefinanzierte Streaming-Dienste eingeführt.
"Wir werden Sie vermissen! Sie können uns gerne schreiben. Wir hoffen, eines Tages zurück zu kommen. Wenn Sie die Betriebskosten für Anbieter wie Grooveshark herabsetzen wollen, können Sie eine höfliche Nachricht an die GEMA zu schicken", heißt es aktuell auf der Landing-Page von Grooveshark.
Damit verweist Grooveshark wie bereits YouTube auf die GEMA und gibt der Verwertungsgesellschaft die Schuld daran, offline gehen zu müssen. Dass man es sich mit dieser Begründung im Fall YouTube allerdings zu einfach gemacht hat, erörterte Rechtsanwalt und Spezialist für Urheberrecht Dr. Martin Schäfer ausführlich in seinem Beitrag in der "Musikmarkt"-Ausgabe 35/2011 .
Im Unterschied zu Grooveshark hatte sich YouTube in vielen Fällen zumindest mit den Labels einigen können, es scheiterte lediglich an der GEMA-Lizenz. Grooveshark hatte laut eigenen Angaben nur mit EMI Music eine Vereinbarung, kam laut Angaben des Majors jedoch den Tantiemen-Zahlung nicht nach, weshalb EMI Music Grooveshark in den USA verklagte . Universal Music, Sony Music und Warner Music gingen aus anderen Gründen ebenfalls gegen Grooveshark vor Gericht.
Grooveshark verweist auf seiner aktuellen Landing-Page zudem auf simfy: "Wir hoffen, dass Sie unserer Empfehlung folgen und den populären Musikservice simfy ausprobieren", heißt es aktuell auf www.grooveshark.de. Noch gibt es kein Statement von der GEMA.
Update: Mittlerweile liegt das Statement der GEMA zu den Vorwürfen von Grooveshark vor. Hier geht's zur News.