05.09.2012
Messen/Events
Berlin - Alle reden von Umweltschutz und Nachhaltigkeit und Jacob Bilabel feiert. Der Gründer der Green Music Initiative hatte Partner, Freunde und Symapthisanten am Vorabend der Berlin Music Week 2012 zum Green Music Soirée ins Restaurant „Katz Orange“ geladen und viele Gäste waren gekommen.
„In Berlin an einem Dienstagabend sechs Uhr was zu machen, ist eine echte Herausforderung, aber dass so viele gekommen sind, zeigt uns, dass wir und unser Anliegen ernst genommen werden“, so Jacob Bilabel gegenüber Musikmarkt. „Das betrifft nicht nur allgemein die Gesellschaft, man merkt es eben auch an unserer Teilnehmerliste. Hier kommen Leute aus Politik, Umweltverbänden, Medien, Wissenschaft, Musik und Entertainment zusammen, um gemeinsam zu diskutieren und auch spontan Ideen auszutauschen, wie man die Musikindustrie grüne rund effizienter gestalten kann. Ich glaube, das geht so auch nur in Berlin.“ Worte, die natürlich auch Björn Döring, den Chef der Berlin Music Week, erfreuten.
Mit dem Green Music Soirée kehre man quasi nach Berlin zurück, sagte Jacob Bilabel. Das erste Green Music Dinner fand vor zwei Jahren in Berlin statt, damals noch geprägt von einer gewissen Zurückhaltung der Teilnehmer. Inzwischen habe sich das sehr geändert. Die Veranstaltungen in Hamburg, Köln und auf dem Melt!Festival erwiesen sich als äußert lohnend. In ihren Rahmen wurden etliche konkrete Projekte geboren, darunter der Green Club Index, Morgenwelt Fahrraddisko oder das Electric Hotel. Man kann darauf gespannt sein, welche Ideen und Ergebnisse der branchenübergreifende Austausch im „Katz Orange“ möglicherweise bringen wird.
Einige Partner der Green Music Initiative unterstrichen in kurzen Statements, dass sie ihren festen Platz im „grünen“ Freundeskreis innerhalb der Musikwirtschaft gefunden haben. Angelika Pullen von WindMade beschrieb, wie sich das Label ihrer Non-Profit-Organisation etabliert habe. Mit dem Zertifikat WindMade bekommen Unternehmen und Veranstalter die Möglichkeit, ihren Einsatz von erneuerbaren Energien offen nach außen zu kommunizieren. Das Zertifikat wird ausschließlich an Veranstaltungen vergeben, die ihren Stromverbrauch vollständig aus erneuerbaren Energien, davon größtenteils aus Windstrom, beziehen.
Auch Sybil Franke, Prokuristin und Vertriebsleiterin der Berliner Velomax Hallenbetriebs GmbH, versicherte, dass man stetig daran arbeite, Entertainment grüner und nachhaltiger zu gestalten. Ziel sei, sich als „grüne“ Veranstaltungshalle einen Namen zu machen.
Jacob Bilabel betonte beim Green Music Soirée mehrfach, dass seine Gäste keinem Networking-Event beiwohnen würden. Was er damit lediglich meinte: Auch in entspannter Talk-Atmosphäre bei edlem (Bio)Essen und Wein wolle man die Ernsthaftigkeit nicht aus den Augen verlieren und gern konkrete Ideen aushecken, wie man eine grüne Umwandlung der Musikwirtschaft vorantreiben könne. Dass Umweltschutz keine Showveranstaltung sein darf, aber eine Showveranstaltung speziell für den Umweltschutz dazu kein Widerspruch ist, belegt für Bilabel der Green Music Award, der am Freitag erstmals feierlich (im Tempodrom) vergeben wird. Der Preis wurde schon vor Jahren angedacht, aber wie das manchmal halt so ist. „Einen Preis muss man richtig machen oder gar nicht“, so Jacob Bilabel, „deshalb sind wir glücklich, ihn jetzt im Rahmen der Verleihung des Clean Tech Media Award zu vergeben. So können wir gleich mit einem Riesenaufschlag starten.“ Verliehen wird der Clean Tech Media Award an Morten Harket, den Ex-Frontmann der Band a-ha.