19.07.2012  Recorded Music  Digital+Mobil

Google will illegalen Websites den Geldhahn abdrehen

 

London – Google gab sich in der Sendung "BBC Newsnight" als engagiert im Kampf gegen Musik-Piraterie. Google wolle illegale Websites künftig die finanzielle Grundlage, also vor allem Werbung, entziehen. Die BPI ist skeptisch.

Es sei nicht die Aufgabe von Google, das Web zu durchforsten und zu bestimmen, was legal und was illegal sei, zitiert "Music Week" Theo Bertram, Policy Manager von Google UK. Google reagiere allerdings auf Aufforderungen von Rechteinhabern, illegale Inhalte zu löschen. Viel effektiver sei es allerdings, den illegalen Websites den Geldhahn abzudrehen.

Wie genau Google dies erreichen will, ist unklar. Zumal Google über Google Ads selbst von vielen illegalen Websites proftiere, so "Music Week". Auf diese Diskrepanz sei in der Sendung "BBC Newsnight" nicht eingeangen worden, heißt es. Stattdessen habe Geoff Taylor, CEO der BPI, Googles Suchergebnisse kritisiert, in denen illegale Websites immer noch weit oben erscheinen würden. Dabei könne Google den Algorithmus leicht anpassen, so dass illegale Seiten nicht mehr in den Ergebnissen auftauchten.

Google: Gerichtsbeschluss in Frankreich

In Frankreich könnte Google schon bald dazu verpflichtet werden, illegale Websites aus den Suchergebnissen zu filtern, meldet "Music Week". Die französische Verwertungsgesellschaft SNEP habe 2010 versucht, Google per Gerichtsbeschluss zur Löschung illegaler Websites aus den Suchergebnissen zu zwingen. Sowohl in erstes Instanz als auch 2011 vor dem Berufungsgericht sei SNEP gescheitert.

Nun habe allerdings Frankreichs oberstes Gericht, der Court de Cassation, entschieden, dass SNEP vom Berufungsgericht zu unrecht abgewiesen worden sei. Es sei denkbar, dass das Berufungsgericht seine Google-Entscheidung noch einmal überdenkt.

Google France habe betont, die Verletzung von Rechten sehr ernst zu nehmen, so "Music Week". Theo Bertram betonte in der Sendung "BBC Newsnight", dass man pro-Freiheit und gleichzeitig anti-Piraterie sein könne. Dies gelte sowohl für Google als auch den Rest der Technologie-Branche.

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