28.07.2010
Wirtschaft
München/Berlin –Die von der GEMA geschmiedete Allianz der Verwertungsgesellschaften gegen Google hat offenbar ein Leck. Der Internet-Konzern habe sich mit der italienischen SIAE auf einen neuen Vertrag geeinigt und darf nun allem Anschein nach über seine Videoseite YouTube Musikstücke abspielen.
Laut "Financial Times Deutschland" (FTD) hatten sich die Italiener in Deutschland mit acht weiteren Inkassogesellschaften zuletzt mit der GEMA gegen Google verbündet und verweigerten dem Webkonzern die Lizenzen für ihr Repertoire auf YouTube. Beide Unternehmen streiten über den Preis pro abgespietem Videoclip.
Die GEMA hatte im Mai 2010 die bereits ein Jahr dauernden Verhandlungen mit Google abgebrochen. Außerdem verlangte die Verwertungsgesellschaft von Google, rund 600 Titel zu löschen. Am morgigen Donnerstag, 29. Juli, entscheidet das Hamburger Landgericht, ob Google die Videos entfernen muss und damit einer einstweiligen Verfügung der GEMA stattgibt.
"Die GEMA hat die Verhandlungen mit uns aus heiterem Himmel abgesprochen und blockt außerdem jeden Versuch ab, zumindest wieder Gespräche aufzunehmen", zitiert die FTD Philipp Schindler, Google-Nord- und Zentraleuropachef. Man verhandele bereits "sehr lange mit Verwertungsgesellschaften weltweit" und man schließe zahlreiche Verträge, "aber die Einzigen, mit denen wir es derzeit nicht schaffen, ist die GEMA", so Schindler im FTD-Interview.
Die GEMA will sich laut FTD zurzeit aus juristischen Gründen nicht auf eine Verhandlung mit Google einlassen und will zuerst das Gerichtsurteil abwarten. GEMA-Vorstand Dr. Harald Heker sagte im Mai: "Das eigentliche Ziel ist jedoch, eine angemessene Vergütung der Urheber zu erreichen und dafür mit YouTube zu einer neuen Vertragsvereinbarung zu gelangen, die für beide Seiten annehmbar ist."