04.10.2010
Wirtschaft
Hamburg – Die schlechte Nachricht zuerst: Der deutsche Veranstaltungsmarkt musste 2009 mit einem Minus von zwölf Prozent erneut deutliche Einbußen hinnehmen. Die gute Nachricht: Mit rund 3,2 Milliarden Euro liegt der Umsatz weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Am heutigen Montag haben der Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft (bdv) und das Branchenmagazin "Musikmarkt & Musikmarkt LIVE!" in Hamburg die neue GfK-Studie zum Veranstaltungsmarkt vorgestellt.
3,17 Milliarden Euro gaben die Deutschen 2009 für den Besuch von Veranstaltungen aus. 2,27 Milliarden Euro entfielen dabei auf Musikveranstaltungen, 0,91 Milliarden auf weitere Veranstaltungen wie Comedy-Shows oder Theater-Aufführungen. Mit diesem Umsatz liegt der Veranstaltungsmarkt erneut vor anderen Unterhaltungsbranchen wie den Märkten für Computerspiele (1,91 Milliarden Euro), Videos (1,56 Milliarden Euro), Tonträger (1,52 Milliarden Euro) und Kino (0,97 Milliarden Euro). Allein für Bücher (3,99 Milliarden Euro) wurde im vergangenen Jahr in Deutschland mehr Geld ausgegeben.
Jedoch blieb auch der Veranstaltungsmarkt nicht von der globalen Wirtschaftskrise verschont. Das zweite Jahr in Folge musste die Branche beim Umsatz mit zwölf Prozent ein deutliches Minus hinnehmen. 2008 betrug dieses bereits sieben Prozent ( www.musikmarkt.de berichtete ). Zuvor war der Live-Entertainment-Umsatz in Deutschland über viele Jahre hinweg gestiegen, 2007 lag er auf einem Rekordniveau von 3,87 Milliarden Euro ( www.musikmarkt.de berichtete ).
Dabei blieben die durchschnittlichen Eintrittspreise im Konzertgeschäft mit 34,02 Euro gegenüber dem Vorjahr (34,45 Euro) nahezu konstant, während sie bei den Veranstaltungen ohne unmittelbaren Musikbezug sogar geringfügig um rund drei Prozent auf 22,80 Euro (Vorjahr: 23,55 Euro) sanken. Das Minus beim Umsatz ist somit auf einen Rückgang der Besucherzahlen zurückführen. Gab es 2008 noch 32,7 Millionen Veranstaltungsbesucher, waren es 2009 nur noch 30,7 Millionen. Die durchschnittlichen Ausgaben für Tickets sanken von 110 auf 103 Euro.
Diese und zahlreiche weitere Daten des Veranstaltungsmarkts hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erhoben. Im Auftrag des Bundesverbands der Veranstaltungswirtschaft und von "Musikmarkt & Musikmarkt LIVE!" hat sie knapp 4000 repräsentativ ausgewählte Personen zum Thema Veranstaltungen befragt. Dabei herausgekommen ist eine 36 Seiten umfassende Publikation, die in 60 Charts fachkundig und detailreich Auskunft über das Konsumverhalten der Konzert- und Veranstaltungsbesucher in Deutschland gibt. Neben den Kennzahlen des Marktes enthält die Studie Informationen über die Genre-Vorlieben, die Altersstruktur und die Informationsquellen des Publikums. Ebenso wurde nach Dienstleistungen wie Ticketverkauf, Service der Spielstätten und Umsätzen im Gastronomie- und Merchandising-Bereich gefragt.
"Zwar geben die Zahlen durchaus Anlass zur Besorgnis, lassen aber in der Veranstaltungswirtschaft – anders als in anderen Branchen – nicht unbedingt auch analoge Rückschlüsse auf die wirtschaftlichen Ergebnisse der Unternehmen zu", erklärt bdv-Präsident Jens Michow. "Eines allerdings macht die Analyse des vorliegenden Zahlenwerks allemal deutlich: Weiter steigende Eintrittspreise wird der Markt keinesfalls mehr verkraften." Stefan Zarges, Chefredakteur "Musikmarkt & Musikmarkt LIVE!", fügt hinzu: "Trotz des aktuellen Rückgangs bleibt die Veranstaltungswirtschaft ein bedeutender und robuster Markt mit nach wie vor imponierenden Umsatzzahlen."
Die "GfK-Studie zum Konsumverhalten der Konzert- und Veranstaltungsbesucher in Deutschland" erscheint seit 1995 zum siebten Mal. Die Ausgabe 2009 ist ab sofort für 79 Euro im Online-Shop von "Musikmarkt & Musikmarkt LIVE!" erhältlich.