24.05.2016  Recorded Music  Digital+Mobil

Gerüchte um Payola-Praxis in Playlisten verdichten sich

 

Stockholm – Der Warner-Music-Geschäftsführer Stephen Cooper gab die Praxis von gekauften Playlists gegenüber "Billboard" indirekt zu. Das aus dem Radio- und DJ-Bereich gängige Payola gewinnt immer mehr an Relevanz im Playlist-Streaming. Passend dazu verkündete Spotify kürzlich, dass die kuratierten Playlisten des Streaming-Portals wöchentlich insgesamt eine Milliarde Streams verzeichnen.

Streaming nimmt im heutigen Musikbusiness eine immer wichtigere Rolle ein, und somit nimmt auch die Bedeutung von häufig gehörten Playlisten exponentiell zu. Gerüchte verdichten sich, dass immer häufiger Labels Playlisten-Kuratoren dafür bezahlen, bestimmte Tracks in hoch frequentierten Playlisten aufzunehmen, um die Musik bekannter zu machen und mehr Klicks zu generieren. Im Englischen wird diese Praxis Payola genannt und wird, besonders in den USA, bereits seit Jahren bei Radio-Redakteuren und DJs angewendet.

Die Playlisten beim größten Streaming-Dienst Spotify sind nicht etwa organisch, sondern werden ähnlich wie Radio-Playlists ge- und verkauft, schreibt das Magazin "Digital Music News". Die Entscheidung, wer in den rotierenden Playlisten unterkommt, fallen immer häufiger die drei Major-Label Universal, Sony und Warner, die zusammen einen ansehnlichen Anteil an Spotify halten, heißt es weiter.

Im Interview mit "Billboard" sagte der Warner-Music-Geschäftsführer Stephen Cooper kürzlich: „Einst ging es um Radio-Plays, wöchentliche Charts und Verkäufe – jetzt geht es um einen Minute-für-Minute-Kampf um die Zeit und Aufmerksamkeit der Hörer.“ Indirekt bestätigte er die Payola-Praxis: „Deswegen sind Playlisten einer der wichtigsten Gründe, warum Künstler heute noch Labels brauchen.“

Laut "Billboard" existieren in der Branche bereits Pay-for-Play-Preiskategorien, Payola sei längst Realität. Kuratierte Playlists sind in den meisten Fällen bezahlter Inhalt, so "Billboard": „Von 2000 US-Dollar für Playlisten mit zehntausenden Fans bis zu 10.000 US-Dollar für noch höher frequentierte Playlists.“

Wie Independent-Label und Künstler ohne Label und in diesem Playlisten-Kampf mithalten können, bleibt unklar.

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