07.09.2012
Wirtschaft
Berlin - Zumindest will man miteinander reden: Die GEMA und die Club Commission Berlin sind sich einig, so schnell wie möglich einen Kompromiss finden zu wollen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger kam gestern bei der zweiten Diskussionsrunde des Digitalen Forum im Rahmen der Berlin Music Week heraus. Organisiert wurde das Digitale Forum von Budde Music, Bavaria Sonor und den Berliner Meisel Musikverlagen. Die Moderation übernahm Prof. Dr. Rolf Budde.
Nachdem die bisherigen Verhandlungen zwischen der DEHOGA, dem Bundesverband der deutschen Hotel- und Gaststätten, und dem Bund deutscher Musikveranstalter zu keinem Ergebnis geführt haben, diskutierten am gestrigen Abend Olaf Möller, Vorsitzender der Club Commission Berlin, und Jürgen Baier, Inkassobeauftragter des Vorstands für den Außendienst GEMA Generaldirektion, miteinander. Die Club Commision blieb zwar dabei, das gesamte Tarifwerk abzulehnen und warf der GEMA Intransparenz und Rücksichtslosigkeit gegenüber den kleineren Clubbetreibern vor.
Möller kritisierte vor allem den "Laptop-Zuschlag" und die gestaffelten Zeitaufschläge. Baier dagegen führte an, die GEMA habe gerade dadurch, dass sie nur noch zwei Tarife aufrufe, Transparanz und Flexibilität bewiesen. Allerdings bleibt die GEMA dabei, zehn Prozent der Türeinnahmen von Clubs bei enstsprechenden Veranstaltungen zu beanspruchen und will in Zukunft auch noch eine Beteiligung an den Sponsoreneinnahmen. Olaf Möller bezeichnete die Forderung insgesamt als existenzgefährdend für viele Berliner Clubs.
Baier verwies darauf, dass die GEMA vorgeschlagen habe, die Tariferhöhungen über fünf Jahre zu strecken. Man habe aber nach jahrelangen erfolglosen Verhandlungen endlich zu einem Ergbnis kommen müssen. Ein schnelles Ende der Auseinandersetzungen ist jedenfalls nach wie vor nicht abzusehen.