22.10.2012  Recorded Music  Wirtschaft

GEMA: Tarife laut Umfrage angemessen

 

München – Die neuen GEMA-Tarife für den Veranstaltungsbereich sind angemessen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der GEMA in Auftrag gegebene Umfrage der TNS Infratest.

Laut der Umfrage steht für 38 Prozent der Befragten Musik im Kulturbereich an erster Stelle, gefolgt von Literatur (34 Prozent), Film (17 Prozent) und Bildende Kunst (acht Prozent). Bei den 14- bis 29-Jährigen stehe sogar für jeden Zweiten Musik an erster Stelle, heißt es in einer Mitteilung der GEMA. Neun von zehn Deutschen hielten es zudem für richtig, "dass Musikurheber wie Komponisten und Textdichter für ihre kreative Leistung entlohnt werden", heißt es weiter. Vor allem die 40- bis 59-Jährigen sprächen sich mit 94 Prozent dafür aus, gefolgt von den 14- bis 29-Jährigen mit 88 Prozent.

GEMA Tarife unter dem Durchschnitt

Interessant für die aktuelle Debatte um die neuen GEMA-Tarife für Veranstalter: Die Befragten hielten 30,1 Prozent des Eintrittsgeldes als Vergütung für die kreative Leistung der Urheber für angemessen. Die 14- bis 29-Jährigen forderten sogar 33,7 Prozent des Eintrittsgeldes. Die neuen GEMA-Tarife, die ja zehn Prozent des Eintrittsgeldes vorsehen, lägen damit weit unter dem Durchschnitt.

Die Gegenseite

Clubbetreiber bemängeln, dass es bei den neuen GEMA-Tarifen in den seltensten Fällen bei den veranschlagten zehn Prozent des Eintrittsgeldes bleibe. Hinzu kämen beispielsweise die seit Jahren geltende Pauschale für das Auflegen von digitalen Songfiles per Laptop sowie der Zeitzuschlag, der in den angepassten GEMA-Tarifen erst nach acht statt bislang fünf Stunden Veranstaltungsdauer fällig wird und nicht länger bei 50 sondern bei 25 Prozent liegt. Der größte Kritikpunkt aus der Clubszene ist allerdings der Verteilungsschlüssel der GEMA. Viele Veranstalter räumen ein, dass Künstler im Clubbereich bislang nicht ausreichend hoch Vergütet worden seien, dass die neuen GEMA-Tarife allerdings eine unverhältnismäßig drastische Steigerung der Abgaben vorsähen und dass das Geld aufgrund des Verteilungsschlüssels der GEMA ja gar nicht bei den Künstlern ankomme, die in den Clubs gespielt würden.

Hintergrund

Die vollständige Umfrage finden Sie auf www.gema.de/TNS_Infratest zum Download. Insgesamt wurden zwischen dem 4. und 5. September dieses Jahres 1004 Personen von TNS Infratest im Auftrag der GEMA befragt.

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