21.09.2012
Wirtschaft
Berlin/München – Anfang der Woche trafen sich GEMA und die LiveMusikKommission (LiveKomm), der Verband der Musikspielstätten in Deutschland, zu Verhandlungen in München. "Ich bin guter Dinge, dass wir gemeinsam mit den Vertretern der LiveKomm eine beidseitig gute Lösung finden werden, um die Besonderheiten der Clubszene in einem Gesamtvertrag zu berücksichtigen", so Georg Oeller, Vorstandsmitglied der GEMA im Anschluss an die Verhandlungen. Aber: Wie wahrscheinlich ist eine Einigung wirklich?
Wie Olaf Möller, politischer Sprecher der LiveKomm, im Gespräch mit "Musikmarkt" erklärte, habe man in der ersten Verhandlungsrunde lediglich seine Positionen deutlich gemacht. Und die scheinen auf den ersten Blick unvereinbar, denn die LiveKomm ist gegen die Tarifreform und verlangt, dass die GEMA ihre Pläne fallen lässt. "Die Kuh ist erst vom Eis, wenn die GEMA die neuen Tarife stoppt", so Olaf Möller. Damit dürfte klar sein, dass eine Einigung wohl nicht so leicht erzielt werden wird, wie es Anfangs suggeriert wurde.
Stoppe die GEMA die geplante Tarifreform nicht, so Möller weiter, wolle die LiveKomm stattdessen über ein umsatzbezogenes Vergütungssystem verhandeln. Wie genau dieses System aussehen soll, wollte Olaf Möller nicht verraten, um die Verhandlungsposition der LiveKomm nicht zu schwächen. Die Verhandlungen mit der GEMA werden am 6. November fortgesetzt. Die Chancen, dass man sich dann einigen werde, stünden 50/50, so Möller, er sei jedoch etwas pessimistischer, als noch zu Beginn.
Viele Clubbetreiber bemängeln an den neuen GEMA-Tarifen, dass das Geld nicht bei den Künstlern lande, die in entsprechenden Clubs auflegten. Daran würde sich auch bei einem umsatzbezogenen Vergütungssystem nichts ändern. Deshalb, so Möller, wolle die LiveKomm in einem zweiten Schritt mit Hilfe der Politik bewirken, dass die GEMA ihre Strukturen ändere.