19.04.2013  Live Entertainment  Wirtschaft

GEMA-Tarife: LiveKomm fordert gesonderte Tarife für Clubszene

 

Leipzig – Gerade ging die erste Frühjahrstagung der LiveKomm, "Leipziger Forderungen", zuende. Neben zahlreichen Fachthemen der Clublandschaft, ging es dort auch um die GEMA-Tarife für den Veranstaltungsbereich, zumal erst am gestrigen Donnerstag bekannt wurde, dass die Schiedsstelle eine Entscheidung im Tarifstreit zwischen GEMA und dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) gefällt hat.

Bei den "Leipziger Forderungen" am 17. und 18. April wurden unter anderem Theme wie Vorverkaufssysteme für Clubs, Abgaben im Clubbereich, Schallemissionsschutz, Visionen alternativer Verwertungsgesellschaften oder Booking- und Clubsoftware-Systeme behandelt. Auch die GEMA-Tarife für den Veranstaltungsbereich kamen zur Sprache.

Kulturelle Bedeutung der Clubszene in Deutschland

Angesichts der Entscheidung der Schiedsstelle zum Streit über die GEMA-Tarife betont die LiveKomm in einer Mitteilung nun nochmals die "kulturelle Bedeutung der Clubszene in Deutschland", die "in einer gesonderten tariflichen Lösung abgebildet werden" müsse. Nur so könne man der "kuratorischen Arbeit" sowie der musikalischen "Nachwuchs- und Künstlerförderung", die Live-Clubs leisteten, Rechnung tragen. "Wir betonen gegenüber der GEMA, die kulturelle Dimension der Clubkultur anzuerkennen und zukünftig zwischen kommerzieller und kultureller Ausrichtung zu unterscheiden. Dadurch könnten wir gemeinsam eine angemessene Lösung finden, die den Erhalt der vielfältigen Kulturbetriebe in Deutschland sichert", so Olaf Möller, erster Vorsitzender der Berliner Clubcommission und politischer Sprecher der LiveKomm.

Einigung möglich?

Schien die Situation zwischen Veranstaltern und der GEMA in den vergangenen Monaten teilweise festgefahren, keimte mit der Entscheidung der Schiedsstelle wieder ein wenig Hoffnung für eine mögliche Einigung zwischen Verwertungsgesellschaft und den Verbänden, die die deutsche Clubkultur repräsentieren, auf. Die Schiedsstelle betonte die Wichtigkeit differenzierter GEMA-Tarife im Sinne der Gleichbehandlung. Ursula Goebel betonte im Gespräch mit "Musikmarkt", dass nicht auszuschließen sei, dass es in Zukunft sogar mehr als die bestehenden elf Tarife geben werde. Dies würde dem Wunsch der LiveKomm, eine gesonderte tarifliche Lösung für Live-Clubs zu finden, entgegenkommen.

Tarifstreit nicht beendet

Dies soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Tarifstreit noch in vollem Gange ist. Die Schiedsstelle ließ zwar sieben der elf bislang gültigen GEMA-Tarife unangetastet. Für den Tarif M-U III 1c für Diskotheken und Clubs mit Tanz beispielsweise gab sie jedoch einen Eingungsvorschlag ab, laut dem künftig die Eintrittsgelder bei der Berechnung der GEMA-Tarife mitberücksichtigt werden sollten. Erhöhungen sind also nach wie vor vorgesehen und die Reaktionen der Clubbetreiber bleiben abzuwarten. Jetzt wird allerdings erstmals auf Basis des Einigungsvorschlags der Schiedsstelle neu verhandelt werden – zwischen GEMA und den Verbänden.

Alles zu den neuen GEMA-Tarifen für Veranstalter finden Sie hier.

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