30.08.2012
Wirtschaft
Hamburg - Bei einer Diskussion zu den neuen GEMA-Tarifen für Diskotheken, Clubs und Gaststätten in der Handelskammer Hamburg hat DMV-Präsidentin Dagmar Sikorski um mehr Sachlichkeit und Fairness seitens des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) gebeten. Der Konflikt zwischen GEMA und DEHOGA erinnere sie an den Spruch "Wenn dir einer gibt, nimm! Wenn dir einer nimmt, schrei!".
So argumentierte Sikorski die GEMA sei mit den neuen Tarifen, die die bislang bestehenden elf auf zwei Tarife reduziert, lediglich auf die Forderungen des Deutschen Patent- und Markenamtes und der Enquete-Kommission “Kultur in Deutschland” seit 2007 eingegangen. Jede Veranstaltung würde demnach einzeln nach den Parametern Größe des Veranstaltungsraums und Eintrittsgeld abgerechnet. Zudem seien die von der GEMA im neuen Tarif für Diskotheken, Clubs und Gaststätten geforderten zehn Prozent eine gängige Höhe an Abgaben für abgespielte Musik: "Die 10 Prozent von Eintrittsgeldern entsprechen dem, was im Lizenzgeschäft üblich ist. Gaststätten mit Livemusik zahlen so viel, Buchverlage an ihre Autoren, Opernhäuser und Musicaltheater zahlen sogar bis zu 20 Prozent von der Abendkasse."
Da die Einnahmen der betroffenen Venues meist zu über 80 Prozent aus anderen Quellen stammen als den Eintrittsgeldern, mache der neue GEMA-Tarif für die Musik in Discos für die meisten weniger als zwei Prozent aus, so Sikorski weiter. Zudem könne im Bezug auf die Härteregel – wenn weniger Gäste nachgewiesen werden als die 100 Gäste je 100 qm Raumgröße, die als Standard gelten – greifen. Für eine größere Anzahl an Gästen werde jedoch nicht nachberechnet.
Bei 95 Prozent der im DEHOGA organisierten Betriebe seien die neuen GEMA-Tarife unstrittig und für über 60 Prozent der Clubs und Discos bedeuteten sie eine Verringerung der Gebühren, so Dagmar Sikorski: Die neuen Tarife entlasten besonders die kleinen Veranstaltungsformate, insbesondere das bürgerliche Engagement."
Erst vor wenigen Tagen hat der Veranstalter Marek Lieberberg die Argumente der GEMA – die die DMV-Präsidentin hier ebenso verwendet – zurückgewiesen: "Das ist reine Propaganda! In den beiden Konzertverbänden kenne ich keinen, der entlastet worden wäre. (...) Ohne Rücksicht auf Profitabilität, ohne selbst einen Pfennig zu investieren, reklamiert die GEMA zehn Prozent der Bruttoeinnahmen im Live-Musikgeschäft."