06.11.2012  Recorded Music  Wirtschaft

GEMA-Tarife: Clubcommission und BDT lehnen GEMA-Einigungen ab

 

München/Berlin – Im Streit um die neuen GEMA-Tarife für den Veranstaltungsbereich haben sich sowohl die Clubcommission als auch der Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT) entschieden gegen die Einigung der GEMA mit den Verbänden VDM, DDU und DDO ausgeprochen.

Die GEMA hatte gestern in einer Pressemitteilung verlautbart, sich mit dem Verband Deutscher Musikschaffender (VDM), den Deutschen Diskotheken Unternehmern (DDU) sowie der Deutschen Disc-Jockey Organisation (DDO) geeinigt zu haben. Damit würden die Besonderheiten der Diskotheken- und Clublandschaft berücksichtigt, heißt es in der Mitteilung. Dam widersprechen sowohl die Clubcommission als auch der BDT.

Clubcommission & BDT: "Verbände nicht repräsentativ"

Die genannten Verbände seien nicht ansatzweise repräsentativ für die Clubszene in Deutschland, heißt es in einer Stellungnahme, die die Clubcommission heute auf ihrer Homepage veröffentlichte. Die erzielte Einigung zwischen GEMA und VDM, DDU sowie DDO berücksichtige die Branchenbesonderheiten im Diskotheken und Clubbereich nicht annähernd. Mit repräsentativen Verbänden wie dem BDT oder der LiveKomm – für Live-Clubs – stehe eine Einigung nach wie vor aus, heißt es weiter. Möglicherweise kommt es bei den morgigen Verhandlungen zwischen GEMA und LiveKomm zu einer Einigung.

Die Clubcommission jedenfalls fordert die GEMA in ihrer Stellungnahme auf, "die missverständliche Pressemitteilung wie oben beschrieben auf ihrer Pressekonferenz und/oder im Nachgang dessen richtig zu stellen." Bevor es zu einer Tarifreform kommen könne, müsse die GEMA zunächst die tatsächlichen Branchenbesonderheiten der Clubszene mit belastbaren Zahlen erheben. Nur auf verlässlichen Zahlen könne ein angemessener Tarif erhoben werden, "mitnichten auf von der GEMA zitierten nicht repräsentativen Einzel-Umfragen", heißt es weiter. Die GEMA hatte im September die TNS Infratest mit einer Studie beauftragt: Zwischen dem 4. und 5. September wurden insgesamt 1004 Personen befragt. Das Ergebnis der Studie: Die neuen GEMA-Tarife seien angemessen.

Auch der BDT, der im Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA organisiert ist, lehnt die neuen GEMA-Tarife sowie die Einigung mit VDM, DDU und DDO ab. Es handle sich um keine repräsentativen Verbände. Auf der Homepage des VDM sei sogar nachzulesen, dass es sich um ein Einzelunternehmen handelt: "DEHOGA und BDT lehnen diese Vereinbarung als völlig unzureichend ab", so RA Stephan Büttner, Geschäftsführer des BDT gegenüber "Musikmarkt".

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