26.07.2012  Recorded Music  Wirtschaft

GEMA-Tarifanpassung: DEHOGA kritisiert, VDMK rechnet vor

 

München – Die GEMA hat ihre umstrittenen Tarife für den Veranstaltungsbereich angepasst und einen Gesamtvertrag mit dem Bund deutscher Karneval geschlossen. Die ersten Reaktionen sind kritisch. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) nannte die Tarifanpassung gegenüber der "Morgenpost" "widersprüchlich und willkürlich" und auch der Verband der Münchner Kulturveranstalter (VDMK), gab sich gegenüber "Musikmarkt" nicht überzeugt.

Wie Ingrid Hartges, Geschäftsführerin des DEHOGA, gegenüber der "Morgenpost" verlautbarte, hab sich der DEHOGA erst vergangene Woche mit der GEMA geeinigt, die Entscheidung der Schiedsstelle abzuwarten. Stattdessen beglücke die GEMA nun einzelne Verbände mit Verträgen. Offenbar habe großer Druck auf den Karnevalsveranstaltern gelastet. Das Ergebnis sei ein voreiliger Vertrag mit kaum nachvollziehbaren Details. Warum falle beispielsweise der Zeitzuschlag nun nach acht Stunden an? "Man hätte genauso gut eine andere Zahl nehmen können", so Hartges weiter.

Die Auslastung lässt sich nicht vorhersagen

David Süß, Vorstandsmitglied beim Verband der Münchner Kulturveranstalter und Besitzer des Clubs Harry Klein in München, rechnet vor: "Bisher zahlen wir, nur an die GEMA, also ohne GVL, 6367,08 Euro. Mit einem Tarif, wie ihn die Karnevalisten bekommen, wären es 31.200 Euro. Beide Summen sind ohne Verbandsrabatte gerechnet. Sollten an einem Abend unter 200 Gäste kommen, könnte so ein Abend etwas günstiger werden."

Damit geht Süß auf die Möglichkeit im neuen GEMA-Tarif ein, im Vorfeld einer Veranstaltung anzukündigen, dass die Kapazitäten des Clubs nicht ausgelastet sein werden. "Zudem können Veranstalter künftig, sofern sie bei Lizenzierung der Veranstaltung den Nachweis erbringen, dass die Personenkapazität des Veranstaltungsraumes geringer als die diesbezügliche tarifliche Berechnungsgrundlage ist, erwirken, dass die GEMA für die Berechnung nur die tatsächliche Kapazität zugrunde legt", so Ursula Goebel, Leiterin Marketing & Kommunikation bei der GEMA, gegenüber "Musikmarkt".

"Kämen an einem Drittel der Öffnungstage immer nur 100 Gäste, würden wir insgesamt etwa 5000 Euro erlassen bekommen. Das lässt sich aber nicht vorhersagen", so David Süß auf Anfrage von "Musikmarkt".

Hintergrund

Die GEMA hat einen Gesamtvertrag mit dem Bund Deutscher Karneval (BDK) auf Basis der neuen Veranstaltungstarife geschlossen und die Tarife angepasst. Unter anderem wurden der Zeitzuschlag reduziert und die Härtefallregelung konkretisiert. Die angepassten Tarife gelten ab 1. Apil 2013 für die gesamte Veranstaltungsbranche. Die GEMA zeigt sich allerdings nach wie vor verhandlungsbereit und empfängt jeden Verband an ihrem Tisch.

Alles zu den neuen Tarifen der GEMA für den Veranstaltungsbereich lesen Sie hier.

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