30.04.2013  Recorded Music  Wirtschaft

GEMA: Gesamterträge auch 2012 rückläufig

 

München - In einem Pressegespräch in München haben der Vorstandsvorsitzende der Verwertungsgesellschaft GEMA, Dr. Harald Heker und der Finanzvorstand, Lorenzo Colombini, heute erste Zahlen für das Geschäftsjahr 2012 vorgelegt.

Insgesamt erwirtschaftete die GEMA im vergangenen Jahr 820,2 Millionen Euro, im Vergleich zu 825,5 Millionen Euro in 2011. Die Aufwendungen betrugen 127,9 Millionen Euro (2011: 123,2 Millionen Euro), die Verteilungssumme betrug entsprechend 692,3 Millionen Euro (2011: 702,3 Millionen Euro).

Der Kostensatz der GEMA, der 2011 bei 14,93 Prozent lag, erhöhte sich 2012 abermals leicht auf 15,60 Prozent. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die GEMA allerdings zum ersten Mal zwischen Kostensatz und strategischen Investitionen (zum Beispiel Aufbau von Datenbanken) differenziert: rechnet man diese Investitionen heraus, liegt der Kostensatz für 2012 bei 15,38 Prozent.

Der Kostensatz der französischen (SACEM) und der britischen (PRS) Verwertungsgesellschaften betrug im Jahr 2011 14,5 respektive 11,7 Prozent. Die Verteilungssumme von SACEM und PRS war allerdings auch deutlich geringer als bei der GEMA.

Die im Vergleich zu 2011 um 5,3 Millionen Euro zurückgegangenen Erträge sind einmal mehr in erster Linie mit den Verlusten im Tonträgerbereich zu erklären. Betrachtet man den Zeitraum von 2000 bis 2012 haben sich die Erträge der GEMA im Bereich Vervielfältigung (Tonträger, Bildtonträger und Datenträger) um 159,8 Millionen Euro reduziert. Im gleichen Zeitraum konnten dagegen die Online-Erträge (Download, Streaming, Ruftonmelodien) nur um 16,3 Millionen Euro gesteigert werden.

Einen leichten Anstieg der Erträge konnte der Bereich Fernsehen und Rundfunk verzeichnen: von 257,4 Millionen Euro in 2011 auf 260,8 Millionen Euro in 2012.

Was den Ausblick auf das laufende Jahr angeht, sieht sich die GEMA auf dem richtigen Weg, geht aber auch für die nähere Zukunft von sinkenden Erträgen aus. Bei den wichtigsten Tarifauseinandersetzungen ist nach wie vor keine Lösung in Sicht. Was den Konflikt mit YouTube betrifft, wurde beim Oberlandesgericht in Hamburg noch kein Termin festgelegt. Die Geräte- und Leermittelhersteller haben ihre Lizenzzahlungen eingestellt, auch hier gibt es noch keine Fortschritte bei den Verhandlungen.

Die neuen Veranstaltungstarife lagen der Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamts vor, die unlängst einen Einigungvorschlag gemacht hat. Sollten die beteiligten Parteien bis Mitte Mai keinen Widerspruch dagegen einlegen, gilt der Vorschlag als angenommen, was allerdings nicht zu erwarten ist.

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