10.03.2016  Recorded Music  International

Französischer Musikmarkt 2015: Streaming-Boom kann Abschwung nicht stoppen

 

Paris – Der französische Musikmarkt hat auch das Geschäftsjahr 2015 mit einem Minus abgeschlossen. Auch ein starker Zuwachs im Streaming-Sektor konnte den Rückgang der Gesamtumsätze um 4,7 Prozent nicht abfedern. Dies gab der Wirtschaftsverband Syndicat National de l'Édition Phonographique (SNEP) bekannt.

Im Bereich Recorded Music verringerten sich die Umsätze von 570 Millionen Euro im Vorjahr auf 543 Millionen Euro in 2015 (minus 4,7 Prozent). Der Digital-Sektor legte dabei um 14,7 Prozent auf 152,3 Millionen Euro zu, während die physischen Verkäufe um 15,9 Prozent zurückgingen (273,7 Millionen Euro).

Die SNEP führt den Umsatzeinbruch neben dem Abbaum des physischen Sektors auf einen Rückgang der Download-Einnahmen von 20,5 Prozent zurück. Ähnlich wie hierzulande zeichnen die physischen Verkäufe in Frankreich noch immer für rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes verantwortlich, wenngleich der Anteil des Digital-Sektors 2015 um sechs Prozent auf 36 Prozent anwuchs.

Auf dem französischen Streaming-Markt wurden im vergangenen Jahr rund 100 Millionen Euro umgesetzt – eine Verfünffachung seit 2010. Im Vergleich zum Vorjahr wuchsen die Streaming-Einnahmen um 45 Prozent. Damit machen sie 55 Prozent der Digital-Umsätze und 20 Prozent des Gesamtmarktes aus.

Der größte Wachstumsmotor waren dabei Bezahl-Streaming-Abos, die für fast 80 Prozent der Streaming-Einnahmen sorgen. Die Zahl der Abonnenten erhöhte sich 2015 um eine Million auf nun rund drei Millionen.

Kritik an YouTube, Bedeutung von Domestic

Auch in Frankreich sieht sich YouTube als größter Streaming-Anbieter laut musicweek.com Kritik durch die Labels ausgesetzt. Die Video-Plattform verzeichnet 65 Prozent der 50 Milliarden Gesamt-Streams in Frankreich, trägt jedoch nur zehn Prozent zu den Streaming-Einnahmen und zwei Prozent zu den Gesamteinnahmen bei. Den höchsten Streaming-Umsatz erzielten dort Deezer und Spotify.

Guillaume Leblanc, Director General der SNEP fordert daher die Europäische Union dazu auf, YouTubes Status im Zuge der Copyright-Reform in den einer "aktiven" Plattform abzuändern. YouTube gilt seit 2000 als "passive" Plattform.

Zugleich betont die SNEP die Bedeutung des einheimischen Repertoires, das in Frankreich neun der zehn meistverkauften Alben des Jahres ausmacht. Den Bestseller des Jahres lieferte Louane mit "Chambre 12" (Fontana/Mercury), gefolgt von Adeles "25" (XL/Beggars), Kendji Girac mit "Kendji" und "Ensemble" (Universal) sowie Maitre Gims "Mon coeur avait raison" (Jive Epic).

0 Leser fanden diesen Beitrag lesenswert

0 Leser fanden diesen Beitrag weniger lesenswert

Vielen Dank für Ihre Meinung.

Sie haben schon an der Berwertung teilgenommen.

Sie haben ihre Meinung geändert.


 
 
 

Weitere News