12.10.2010  Recorded Music  International

Frankreich: Free verschickt keine Mahnungen an Kunden

 

Paris - Frankreichs umstrittenes "Three Strikes"-Gesetz ist seit September in Kraft. Die Urheberrechts-Organisation Hadopi verschickt seitdem etwa 10.000 Mahnungen täglich über die Internetanbieter an verdächtigte Kunden. Nun weigerte sich der ISP Free, weiterhin Warnungen zu versenden.

Laut "Three Strikes"-Gesetz haben ISPs die Pflicht, Kontaktdaten angeblicher Filesharer herauszugeben. Die Haut Autorité pour la diffusion des oeuvres et la protection des droits sur Internet (Hadopi) kontaktiert diese Kunden daraufhin per E-Mail. Geben die Internetanbieter die Kundendaten nicht frei, erwarten sie Strafen in Höhe von 1500 Euro.

Laut Gesetz werden die Warnungn durch Hadopi über die ISPs verschickt. Allerdings sei laut "Torrent Freak" nirgends die Rede davon, dass dies über die eigenen SMPT-Server der Internetdienste geschehen müsse. Auf diese fehlende Definition stützt sich Free nun und verschickt vorerst keine Mahnungen mehr.

Unter den anderen französischen Internetanbietern sorgte dieser Schritt für einen Aufschrei: Free verschaffe sich Wettbewerbsvorteile, weil Kunden jetzt glaubten, dort nicht Gefahr zu laufen, erwischt zu werden.

Die Herausgabe von Kundendaten scheint den ISPs im Allgemeinen unangenehm zu sein: Auch in England verweisten Internetanbieter auf einen Sicherheitsskandal, um sich vorerst von der Aussagepflicht zu befreien (www.musikmarkt.de berichtete).

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