05.07.2010
Wirtschaft
Berlin/Frankfurt – Einen Umsatzrückgang von etwa fünf Prozent für den gesamten deutschen Tonträgermarkt im laufenden Jahr prognostiziert Frank Briegmann, President Universal Music Deutschland, Österreich und Schweiz sowie der Deutschen Grammophon in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Aber er rechnet damit, dass das digitale Geschäft in Deutschland um ein Drittel wachsen wird.
Universal werde den Markt weiter anführen, der digitale Markt noch schneller und weiter wachsen, weil Unternehmen hinzukämen, insbesondere die Zusammenarbeit mit sozialen Netzwerken werde intensiviert. “Physische Händler werden ebenfalls in das digitale Geschäft einsteigen. Saturn verkauft schon jetzt Musik digital. Wir werden weitere neue Geschäftsmodelle entwickeln und in die Kreativität unserer Künstler investieren. Das ist auch in Zukunft für den Erfolg von Universal essentiell.”
Briegmann gab auch einen Einblick in seine Planungen der nächsten Zeit, die sich aus der Leitung der Länder Österreich und Schweiz sowie der Deutschen Grammophon ergeben. Er erklärte der FAZ, dass er im Augenblick die Strukturen und die Zahlen analysiere. In der neuen Konstellation sehe er auf jeden Fall eine große Chance für Universal Music. Auf der Künstlerseite könnte Universal im deutschsprachigen Raum noch enger und effizienter zusammenarbeiten. Er nannte als Beispiele Stefanie Heinzmann aus der Schweiz, Christina Stürmer aus Österreich und Lena aus Deutschland. “Die Vermarktung und den Vertrieb werden wir besser synchronisieren.”
Auf die Deutsche Grammophon eingehend sprach Briegmann von einer "unglaublichen Historie" und unterstrich, dass die Deutsche Grammophon in der Klassik weltweit führend sei. Deren Künstler wie Karajan oder Netrebko verkauften sich weltweit exzellent, obwohl sonst ein Export deutscher Musik eher selten sei.
Außerdem erklärte Frank Briegmann in Sachen Merchandising, dass die Universal-Tochtergesellschaft Bravado gerade mit der bekannten Modefirma S.Oliver eine "weitreichende Vereinbarung" geschlossen habe. So sollen bald in über 30 Ländern gemeinsame Kollektionen erhältlich sein, die durch "große cross-mediale Kampagnen" begleitet werden.