15.01.2016  Live Entertainment  Messen/Events

Eurosonic Noorderslag 2016: "Greening a Monster" – Nachhaltigkeit bei Riesenevents

 

Groningen - Wie macht man ein Riesenevent grün? Mit dieser Frage setzte sich beim Eurosonic Noorderslag 2016 das Panel "Greening a Monster" auseinander. Antworten lieferten Vertreter des britischen "Glastonbury Festivals", des Münchner "Tollwood Festivals" und der ESC-Produktion 2015 in Wien.

Das "Tollwood Festival" wurde beim Eurosonic Noorderslag 2016 gerade erst mit dem "Green Operations Award" der European Festival Awards ausgezeichnet. Stephanie Weigel vom "Tollwood Festival" in München ist sich sicher, dass unabhängig vom Event 80 Prozent aller Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit leicht zu realisieren sind. Die Herausforderung bestünde also darin die schwierigen 20 Prozent umzusetzen. In ihrem Falle sei die 100-prozentige Energieversorgung durch Ökostrom noch immer sehr teuer, andererseits spare man so auf Dauer Kosten, sodass in andere Bereiche investiert werden könne.

Was die Akzeptanz des Publikums anbelangt betonte Stephanie Weigel, dass die Leute nicht zu etwas erzogen werden wollen. Beispielsweise das vegetarische Essenszelt wurde nicht groß angekündigt und -gepriesen, sonst hätten sie, so Weigel, wahrscheinlich 80 Prozent der Fleischesser verloren. "Du musst herausfinden, was dein Publikum braucht, um dir zu folgen." Darin pflichtete ihr Rob Scully vom "Glastonbury Festival" bei. Es müsse dem Publikum so einfach wie möglich gemacht werden, auf den "grünen Zug" aufzuspringen.

Müll ist noch immer ein Problem

Beim "Glastonbury Festival" mit knapp 180.000 Besuchern an fünf Tagen stellen nach wie vor die Massen an Müll die größte Herausforderung dar. 2000 Tonnen seien es jährlich, immerhin über 50 Prozent davon würden recycelt. Trotzdem gebe es noch immer zu viele Leute, die ihren ganzen Müll zurücklassen, darunter ganze Zelte. "Es ist sehr schwierig, gerade die Leute zu überzeugen, dass sie sich anders verhalten sollen, die schon viele Jahre zum Festival kommen."

Eine ganz andere Aufgabe hatte Oliver Lingens vom ORF zu bewältigen: Als Event Manager des Eurovision Song Contest (ESC) 2015 in Wien stellten er und sein Team das erste zertifizierte ESC-Green-Event auf die Beine. Die Herausforderung dabei war, die Besucher aus vielen unterschiedlichen Ländern mit dem Green-Gedanken zu konfrontieren. Man habe früh damit begonnen, den Leuten diese Idee näher zu bringen. Vor allem aber die eigenen Landsleute hätten lange daran gezweifelt, dass der ORF in der Lage sei, unabhängig vom Green-Event-Gedanken, dieses Riesenevent zu stemmen. Sie wurden eines besseren belehrt.

Mehr News und Hintergünde zum Eurosonic Noorderslag 2016 gibt es in unserem "musikmarkt"-Dossier.

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