08.02.2016  Live Entertainment  Messen/Events

Eurosonic Noorderslag 2016: "Festival-Veranstalter ruinieren unser Business"

 

Groningen - Booking-Agenturen scheinen gerade in jüngster Zeit der größte Antrieb im Live Entertainment zu sein. Kaum ein Monat vergeht ohne Künstlerwechsel oder große Zusammenschlüsse der Agenturen wie der United Talent Agency mit der Agency Group. Über die Probleme der Branche sprachen einige namenhafte britische Booking-Agenten im Rahmen des Eurosonic Noorderslag 2016.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die immer schwierigere Zusammenarbeit mit Tournee- und Festival-Veranstaltern. Jeff Craft von der Agentur X-ray Touring sagte: „Eigentlich ist das Business ganz simple: Die Veranstalter wollen einen Act, bekommen ein Angebot, nehmen es an, bezahlen die Gage und alle sind glücklich.“

Doch so funktioniere das heute nicht mehr, es werde immer komplizierter. „Wir bekommen von Veranstaltern E-Mails wegen Kleinigkeiten wie der Bezahlung einer Zehn-Euro-Taxirechnung. Wir wollen solche Mails nicht und wir lesen sie auch nicht“, sagt der Agent von PJ Harvey und der Band Pixies.

Das Problem Ausschlussklauseln

Einen anderen Punkt sprach Mike Greek von Creative Artists Agency an: die Zusammenarbeit mit den Festival-Veranstaltern. „Alle buchen sehr früh, um so schnell wie möglich in den Vorverkauf zu gehen“, sagte der One-Direction- und Sam-Smith-Booking-Agent.

Das Problem seien dabei vor allem die Ausschlussklauseln, die keine Tourneen ermöglichen, verdeutlichte Steve Zapp von ITB. „Wenn ein Album im April/Mai rauskommt, kann die Tour erst im September starten. Als Zeitspanne bleibt dann nur der Herbst. Und das ist zu wenig.“

Noch drastischer formulierte es Jeff Craft mit den Worten: „Die Festival-Veranstalter ruinieren unser Business“. Jeder sollte schließlich seinen Job machen und sich den anderen nicht quer stellen.
Die Zeiten hätten sich allerdings geändert, vor allem die Beziehung zwischen Agent und Veranstalter, sagte Clementine Bunel von ATC Live. „Ein Agent ist nicht mehr nur Agent, sondern Teil des Managements.“ So gilt es, auch mal andere Aufgaben zu übernehmen und Künstler mit einzubeziehen.

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