12.10.2009
Wirtschaft
München - Nachdem Sony Music den Chartausschluss von Komiker Mario Barth verurteilt hat (www.musikmarkt.de berichtete), legt Edgar Berger, CEO Sony Music Entertainment GSA, jetzt mit Kritik nach. "Die Charts kann keiner mehr verstehen", sagte er dem "Spiegel". Er fordere eine "Entrümpelung und Neugestaltung". Sonst müsse man sich die "Sinnfrage stellen".
Insbesondere die Einbeziehung des Verkaufspreises ist Berger ein Dorn im Auge: "Es macht doch keinen Sinn, dass nicht die tatsächlich verkaufte Stückzahl interessiert, sondern der Preis entscheidend ist." Ebenfalls unzufrieden zeigt sich laut "Spiegel" Tim Renner. So seien die Charts "heute völlig irrelevant". Die Musikindustrie renne einem Mechanismus hinterher, "der dem Markt nicht mehr entspricht".
Angefangen hatte der jüngste Wirbel um die Chartserhebung mit der Entscheidung des Vorstandes des Bundesverbands Musikindustrie , das Barth-Album "Männer sind peinlich, Frauen manchmal auch" nicht für die offiziellen Media-Control-Verkaufscharts zuzulassen. Für den Konsumenten sei "schwer nachvollziehbar", was Wortprodukte in den Musikcharts zu suchen haben, rechtfertigte Stefan Michalk, Geschäftsführer des Bundesverbandes, die Entscheidung. Dem hielt Edgar Berger entgegen, dass in den US- und UK-Charts Comedians "gemäß ihrer Abverkäufe in den offiziellen Musikcharts gewertet" würden.