26.11.2013  Recorded Music  Wirtschaft

EU-Richtlinie für Verwertungsgesellschaften verabschiedet: CC-Lizenzierung muss möglich sein

 

Berlin – Die EU-Richtlinie für Verwertungsgesellschaften steht seit heute in ihrer finalen Version. Über die grundsätzlichen Bestimmungen, die in dieser Richtlinie enthalten sind, wurde bereits ausgiebig berichtet. Neu ist, dass den Rechteinhabern mit der Richtlinie auch die Möglichkeit, Creative-Commons-Lizenzen zu vergeben, eingeräumt werden soll.

Als GEMA-Mitglied ist es aktuell nicht möglich, Songs einer breiten Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung zu stellen – mit Ausnahme einer Sonderlizenz für die öffentliche Zugänglichmachung auf der eigenen Homepage. Die fehlende Möglichkeit, CC-Lizenzen zu vergeben, ist eines der Hauptargumente für die Gründung der Creative Commons Collecting Society (C3S). In der EU-Richtlinie wurde nun vermerkt, dass Rechteinhaber auch nicht-kommerzielle Lizenzen vergeben können sollen. Auch die GEMA darf sich den CC-Lizenzen künftig also nicht mehr verwehren.

Beide Verwertungsgesellschaften – GEMA und C3Strafen im Rahmen des Reeperbahn Festival 2013 aufeinander. In einer lebhaften Diskussion kam ein entscheidender Knackpunkt ans Licht: Die GEMA sah schlicht keinen Grund, weshalb jemand, der Songs kostenlos veröffentlichen wolle, überhaupt eine Verwertungsgesellschaft brauche. Für die C3S und Leonard Dobusch von netzpolitik.org, der ebenfalls an der Diskussion teil nahm, war das offensichtlich: Nur weil man für bestimmte Nutzungsarten kein Geld sehen wolle, gelte das doch nicht für alle Fromen der Nutzung.

Schon im Oktober beim Reeperbahn Festival gab sich die GEMA einsichtig, räumte zumindest ein, dass man über Möglichkeiten zur flexibleren Lizenzierung nachdenke. Nun bleib ihr und allen anderen Verwertungsgesellschaften im europäischen Raum ohnehin keine andere Wahl: In der EU Richtlinie für Verwertungsgesellschaften wird nämlich exakt das gefordert. >>Netzpolitik.org hat auf das vollständige PDF verlinkt.

Hintergrund

Mit der EU-Richtlinie für Verwertungsgesellschaften soll ein eindeutiger und stabiler Rahmen für grenzüberschreitende Dienste im Umgang mit verschiedenen Urheberrechte geschaffen werden. Konkret bedeutet das unter anderem: mehr Transparenz, um Rechteinhabern eine effektivere Kontrolle über ihre Rechte zu ermöglichen, sowie die Vereinfachung der Lizenzierung von Online-Rechten über verschiedene Territorien hinaus.

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