11.07.2012
International
Brüssel – Die EU Kommission will die europaweite Musiklizenzierung vereinfachen und Verwertungsgesellschaften wie die GEMA in ihrer Arbeitsweise einem europäischen Standard unterwerfen.
Insgesamt gebe es laut EU Kommission 250 Verwertungsgesellschaften in der EU, die insgesamt etwa sechs Milliarden Euro Lizenzgebühren im Jahr einnehmen. Von diesen Verwertungsgesellschaften hätten viele Schwierigkeiten, im digitalen Zeitalter mit der Lizenzvergabe hinterherzukommen, vor allem was die pan-europäische Vergabe von Lizenzen betrifft. Gerade für die europaweite Lizenzierung will die EU Kommission Standards schaffen und Verwertungsgesellschaften so die Arbeit erleichtern.
Imageverbesserung für GEMA & Co.
Zudem leide das Image von Verwertungsgesellschaften: In der Vergangenheit seien einige von ihnen negativ aufgefallen, weil sie Tantiemen zurückgehalten und damit Fehlinvestitionen getätigt hätten. Mangelnde Transparenz und schlechtes Management innerhalb von Verwertungsgesellschaften sorgten dafür, dass sie an Vertrauen einbüßten.
Das will die EU Kommission mit ihrem Vorschlag für europäische Standards ändern. Verwertungsgesellschaften sollen stärker als bislang dazu verpflichtet werden, über ihre Aktivitäten zu berichten und Rechteinhaber sollen eine größere Kontrolle über ihre Werke erhalten. Die Nutzung dieser Werke im gesamten europäischen Raum soll ebenfalls vereinfacht werden.
Direktes Mitspracherecht für Rechteinhaber
Rechteinhaber würden ein direktes Mitspracherecht erhalten und könnten die für sie geeignetste Verwertungsgesellschaft wählen. Rechteinhaber sollen es künftig leichter haben, ihre Werke einem europaweiten Publikum zugänglich zu machen. Außerdem soll auch die Auszahlung der gesammelten Tantiemen schneller erfolgen als bislang. All diese Änderungen sollen zu besser funktionierenden Verwertungsgesellschaften führen und das Vertrauen der Rechteinhaber in Verwertungsgesellschaften und ihre Praktiken wieder stärken.