08.02.2012
Digital+Mobil
New York – Das EMI-Music-Label Capitol Records hat im Rechtsstreit mit dem MP3-Flohmarkt ReDigi eine Niederlage hinnehmen müssen. Ein New Yorker Berzirksgericht wies die Forderung einer einstweiligen Verfügung gegen ReDigi ab.
ReDigi ist laut eigenen Angaben der weltweit erste und einzige Online-Marktplatz für gebrauchte digitale Musik – "die legale Alternative". Die Technologie hinter ReDigi könne legal erworbene Musikdateien von illegalen unterscheiden, erklärte Larry Rudolph, CTO von ReDigi, gegenüber "Music Week". Nur legale Songs könnten in die Cloud hochgeladen und im Einklang mit geltendem Urheberrecht weiterverkauft werden.
EMI Music und Capitol Records waren der Ansicht, ReDigi erstelle unerlaubte Kopien urheberrechtlich geschützter Werke, und beantragten vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen den Service – laut "Music Week" der erste Schritt auf dem Weg, ReDigi endgültig schließen zu lassen. Das Gericht lehnte die Forderung jedoch ab. Der zuständige Richter Richard J. Sullivan sprach in der Entscheidungs-Verkündung von einem "faszinierenden Fall", der "eine Vielzahl technologischer und gesetzlicher Fragen" aufwerfe.
In einem Statement auf der eigenen Website verlautbarte ReDigi, Capitol Records habe die gesetzlichen Prinzipien, die das Fundament der Cloud-Industrie bildeten, in Frage gestellt – einer Industrie, die 41 Milliarden US-Dollar im Jahr wert sei. ReDigi arbeite innerhalb des rechtlichen Rahmens. Die ReDigi-Technologie erlaube den Nutzern, Milliarden von Dollars an bislang ungenutztem Wert ihrer digitalen Mediensammlung freizulegen. Aktuell ist die Website von ReDigi nicht aufrufbar. Ob die Seite nur hierzulande oder weltweit offline ist, ist noch unbekannt.