26.03.2012
Wirtschaft
Brüssel – Die EU Kommission hat Phase zwei der Prüfung des Universal-EMI-Mergers eingeleitet. Phase eins habe die Bedenken an Universal Musics Marktstellung nach der EMI-Akquise verstärkt, heißt es. Eine endgültige Entscheidung durch die EU Kommission soll bis zum 8. August gefällt werden.
Die erste Untersuchung durch die EU Kommission habe gezeigt, dass der Zusammenschluss von Universal Music und dem Recorded-Music-Arm von EMI Music zu einer starken Machtkonzentration führen werde. Das neue Objekt wäre fast doppelt so groß, wie der zweitstärkste Mitspieler im europäischen Wirtschaftsraum. Die kombinierte Größe von Universal Music und EMI Music würde weder durch die verbleibende Konkurrenz, noch durch die Kaufkraft der Konsumenten, noch durch Piraterie ausreichend reguliert.
Bis zum 8. August, also innerhalb von 90 Tagen, will die EU Kommission entscheiden, ob sie dem Universal-EMI-Merger zustimmt oder von Universal Music weitere Maßnahmen wie das Veräußern von Vermögenswerten verlangt. Die Akquise von EMI Music durch Universal Music könnte die Konkurrenz auf dem Markt für Recorded Music zum Leidwesen der europäischen Konsumenten verkleinern, so Joaquín Almunia, der zuständige VP in der EU Kommission. Die Kommission müsse sicherstellen, dass die Konsumenten Zugriff auf eine Vielfalt von Musik in verschiedenen digitalen und physischen Formaten hätten.
Der Indie-Verband IMPALA äußerte bereits seine Zustimmung. Wie die EU Kommission erkannt habe, gebe es Wettbewerbsprobleme sowohl auf dem physischen als auch auf dem digitalen Markt, so Helen Smith, Executive Chair IMPALA. Man begrüße die Entscheidung der Kommission, sicherstellen zu wollen, dass Komsumenten unter fairen Wettbewerbsbedingungen Zugang zu einer Vielfalt an Musik erhielten.
Universal Music nahm in einem Statement Stellung zu den Entwicklungen: Man habe stets mit Phase zwei gerechnet und verstehe, dass die EU Kommission noch Zeit brauche, um die Transaktion vollständig zu prüfen. Man werde weiterhin kooperieren und freue sich auf einen erfolgreichen Ausgang.
Eine erste Entscheidung in Sachen Sony/ATV, Käufer von EMI Musics Verlagsgeschäft, wird bis zum 2. April erwartet. Möglicherweise geht es für das Sony/ATV-Konsortium auch in Phase zwei.