12.07.2012  Live Entertainment  Wirtschaft

"Dortmunder Music Week" auf der Kippe?

 

Dortmund - Manowar, Adoro, Jedward, Mike & The Mechanics, Incubus und Godsmack. Das Line-up der diesjährigen "Dortmunder Music Week", die vom 3. bis 9. Juli über die Bühne ging, ließ sich sehen. Der Zuschauerzuspruch war allerdings laut Aussage von Lars Berndt, Veranstalter des Events und Geschäftsführer Lars Berdt Events, "desaströs".

"Die Live Qualität der Bands war außergewöhnlich gut. Die fünf Konzerte besuchten leider weniger Zuschauer als erwartet", so Berndt gegenüber "Musikmarkt". Die genaue Zahl verriet der Veranstalter allerdings nicht. Die "Ruhrnachrichten" berichten hingegen von weniger als 10.000 Besuchern. Somit läge die Zuschauerzahl auch deutlich unter den 13.000 vom Vorjahr, die die Erwartungen von Lars Berndt schon im Jahr 2011 nicht erfüllt hat.

Den Grund dieser nüchternen Bilanz sieht Berndt aber weder am Stadtort Dortmund noch am Locationwechsel vom Signal Iduna Park, der wegen Bauarbeiten momentan nicht genutzt werden kann, in die Westfalenhalle 3a. Berndt sagt: "Der Wechsel hat sich auf das Event nicht negativ ausgewirkt, da die Temperaturen alles andere als sommerlich waren."

Vielmehr seien derartige Zahlen ein "europaweites Problem", das sich auch in München, England oder Holland bemerkbar macht. "Der Sommer lief bisher, bis auf wenige Ausnahmen, unterdurchschnittlich im Festival- und Open-Air-Bereich in ganz Europa." Warum die Leute nicht dafür bereit seien, für Konzerte zu bezahlen, liege seiner Meinung nach an den kostenlosen Radiofestivals und Stadtfesten mit teilweise hochkarätigen Bands. Berndt erklärt gegenüber "Musikmarkt": "Bei so einem Angebot sagt sich der Besucher: Warum Geld ausgeben, wenn ich die Band auch umsonst sehen kann."

Die Preise bei der "Dortmunder Music Week" könnten aber in der Tat eine kleine Rolle spielen, da einige Besucher die unterschiedliche Preisspanne der Konzerttickets, die zwischen 35 und 80 Euro schwankte, bemängelten. Dies sei aber auf Grund von Künstlergagen ein normales Vorgehen, da man als Veranstalter für Konzerte von Adoro oder Manowar nicht 35 Euro nehmen könne wie beispielsweise für die Teenie-Band Jedward.

Ob die "Dortmunder Music Week" im nächsten Jahr stattfinden wird, bleibt noch abzuwarten. Lars Berndt: "Wir würden sehr gerne, aber nur unter anderer Voraussetzung. Wir werden ein solches Festival nur noch zusammen mit finanzkräftigen Partnern und Sponsoren in Zukunft veranstalten."

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