19.01.2016  Recorded Music  Wirtschaft

Deutscher Musikmarkt 2015: erstmals seit 2009 wieder über 1,5 Mrd. Euro

 

Berlin - Der deutsche Tonträgerindustrie hat 2015 um weitere 3,9 Prozent zugelegt. Ein drittes Jahr in Folge wächst der deutsche Musikmarkt bereits und hat nun erstmals seit 2009 wieder über 1,5 Milliarden – 1,54 Milliarden Euro, um genau zu sein – erwirtschaftet, wie der Bundesverband Musikindustrie bekanntgibt.

Dabei machte der Verkauf physischer Tonträger weiterhin den Großteil der Einnahmen aus: Laut BVMI gehen 69,1 Prozent des Umsatzes auf das Konto physischer Tonträger, allen voran der CD, die nach wie vor stolze 61,2 Prozent der Einnahmen ausmacht.

Der Anteil physischer Musikverkäufe schrumpfte jedoch im Vergleich zu 2014 um 4,2 Prozent. Lediglich Schallplatten sind weiterhin ein Wachstumsgarant – mit einem Plus von 32,2 Prozent sorgt Vinyl mittlerweile für 3,3 Prozent der Gesamtumsätze auf dem deutschen Musikmarkt.

Digital wächst dank Streaming

Während auch der Download-Markt weiter schrumpft – 2015 um 2,6 Prozent auf 15,7 Prozent des Gesamtumsatzes– kann Audio-Streaming das Minus leicht ausgleichen. Im vergangenen Jahr stammten 13,8 Prozent der Gesamteinnahmen der deutschen Tonträger-Musikindustrie von Streaming-Diensten. Der Umsatz daraus hat sich mit einem Plus von 96,6 Prozent beinahe verdoppelt. Damit wächst der Streaming-Sektor sogar noch schneller als bisher angenommen.

Streaming macht zwar noch kein Siebtel der Gesamteinnahmen aus und gleicht dennoch das Minus der anderen Marktbereiche mehr als aus.

Zum Halbjahr sah es allerdings sogar noch besser aus – damals stand ein Plus der Gesamteinnahmen von 4,4 Prozent zu Buche. Die endgültigen und detaillierten Marktdaten zum Tonträger-Musikgeschäft 2015 veröffentlicht der BVMI im März.

BVMI-Geschäftsführer Dr. Florian Drücke kommentiert: "2015 war ein ganz wichtiges Jahr vor allem für Musik aus der Cloud; Streaming hat noch einmal einen deutlichen Schub bekommen, was sicherlich auch an der hohen medialen Aufmerksamkeit liegt. Wie die hohe Wachstumsdynamik zeigt, erreicht das Thema nun die breite Bevölkerung. Gleichzeitig hat das vergangene Jahr bestätigt, dass die Deutschen Komplementärnutzer sind, also alle Nutzungsmöglichkeiten ausschöpfen: Neben dem Streaming wächst Vinyl, die CD liegt nach wie vor bei beachtlichen 61,2 Prozent Umsatzanteil."

Besonders wichtig ist für den Aufwärtstrend auch das nationale Repertoire, wie Dr. Mathias Giloth, Geschäftsführer der GfK Entertainment, erklärt: "Musik boomt – und Musik made in Germany erst recht. Acht der Top-10-Alben in den Offiziellen Deutschen Jahrescharts waren 2015 deutschsprachig, das gab es noch nie. Außerdem ist zu beobachten, dass neben Pop und Rock, die nach wie vor sehr erfolgreich laufen, auch weitere Genres wie Metal und Hip-Hop bei den Alben oder Electronic Dance Music bei den Singles kontinuierlich hohe Chart-Erfolge erzielen. Insgesamt eine schöne Botschaft: Musik boomt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch in ihrer Vielfalt."

Das erfolgreichste Album des Jahres war 2015 war nach Umsatz Helene Fischers "Weihnachten" und nach verkauften Stückzahlen Adeles "25". Der erfolgreichste Song stammte von Omi, "Cheerleader" im Felix-Jaehn-Remix.

bvmi-musikmarkt-jahresauswertung-2015

0 Leser fanden diesen Beitrag lesenswert

0 Leser fanden diesen Beitrag weniger lesenswert

Vielen Dank für Ihre Meinung.

Sie haben schon an der Berwertung teilgenommen.

Sie haben ihre Meinung geändert.


 
 
 

Weitere News

 
 

01.07.16 |

Recorded Music

Wirtschaft

BMG baut die Service-Leistungen für seine Künstler um den Bereiche Branded Entertainment und Corporate Booking aus. Dafür ist das Musikunternehmen einen Kooperation mit der Agentur Pacific Entertainment Media eingegangen.

 

01.07.16 |

Recorded Music

Wirtschaft

Bernd Hocke, General Manager der Edel AG, hat zum heutigen 1. Juli die Edel AG verlassen, um in die Holdinggesellschaften des Edel-Hauptaktionärs und -CEO Michael Haentjes zu wechseln.

 

01.07.16 |

Recorded Music

Wirtschaft

Mit "Alles brennt" nennt Johannes Oerding nun erstmals ein Platin-Album sein Eigen. Das Album vom Januar 2015 hat bereits nach sechs Monaten Gold gemeldet und mittlerweile über 200.000 Abnehmer gefunden. Zudem erreichte die gleichnamige Single mit 300.000 Einheiten Goldstatus.

 

29.06.16 |

Recorded Music

Wirtschaft

Das Sony-Music-Label Columbia Records hat die Bee-Gees-Legende Barry Gibb unter Vertrag genommen. Nach einem Überraschungsauftritt beim "Glastonbury Festival" im Rahmen des Coldplay-Sets kündigt Gibb nun die Veröffentlichungs seines zweiten Soloalbums, "In The Now", für Herbst 2016 an.