14.01.2016  Live Entertainment  Wirtschaft

DEAG vs. Nürburgring: DEAG verliert – und könnte trotzdem gewinnen

 

Koblenz - Das Landgericht Koblenz hat den von der DEAG gegenüber dem Nürburgring-Betreiber Capricorn CNG geltend gemachten Teilanspruch in Höhe von 1,89 Millionen Euro abgelehnt. Kann die DEAG den Gesamtverlust geltend machen, müsste CNG jedoch ganze 5,39 Millionen Euro abtreten.

In einem zweiten Schritt will die DEAG nun den hälftigen Gesamtverlust des "Rock im Revier", ehemals "Der Ring – Grüne Hölle Rock", im Rahmen einer Endabrechnung einfordern.

Das Gericht hatte entschieden, dass die Liquiditätsklausel gemäß Kooperationsvertrag nach Verlegung von "Der Ring – Grüne Hölle Rock" vom Nürburgring und der Durchführung des dann in "Rock in Revier" umbenannten Festivals in der Arena auf Schalke nicht mehr anwendbar sei. Die Liquiditätsklausel beziehe sich nicht auf bereits entstanden Ausgaben, sondern nur auf zukünftige Ausgaben.

Daher plant die DEAG nun, nicht nur die zum Zeitpunkt der Verlegung entstandenen Kosten, sondern alle entstandenen Kosten geltend zu machen. "Der Anspruch der DEAG ergibt sich dabei nicht nur aus den vertraglichen Abrechnungsregelungen, sondern auch unter dem Gesichtspunkt des Schadensersatzes", heißt es dazu in einer Stellungnahme.

Demnach belaufen sich die Kosten, die die DEAG bei CNG geltend machen will, bei einer hälftigen Verlustbeteiligung auf insgesamt 5,39 Millionen Euro.

Hintergrund

Die DEAG hatte Capricorn im Frühjahr vorgeworfen, sich entgegen der vertraglichen Vereinbarungen zu keinem Zeitpunkt an den Zahlungen für Künstlergagen und Werbemaßnahmen beteiligt zu haben. Der Nürburgring-Betreiber hingegen wies die Vorwürfe von sich und behauptete, die DEAG habe ihre Leistungen nicht erbracht. Sollte die DEAG ihre Forderungen gegenüber Capricorn nicht geltend machen können, kann der Veranstalter jedoch noch auf Versicherungszahlungen hoffen – diese sollen sich auf knapp 13 Millionen Euro belaufen.

Entstanden ist die Idee zu "Grüne Hölle Rock", da der Vertrag für "Rock am Ring" der Marek Lieberberg Konzertagentur mit dem Nürburgring ausgelaufen ist. Daraufhin hat die Rennstrecke ein neues Festival in Kooperation mit DEAG und Wizard Promotions, die "Grüne Hölle", aus der Taufe gehoben, das ursprünglich am gleichen Termin wie "Rock am Ring" (erstes Juniwochenende) stattfinden sollte. Im Herbst 2014 wurde das Festival jedoch um eine Woche vorverlegt, bevor es umbenannt und nach Gelsenkirchen verlegt wurde.

Beim ersten "Rock im Revier" spielten u.a. die Headliner Metallica, Muse und Kiss. "Rock im Revier" und sein Zwillingsfestival "Rockavaria" zählten zusammen über 90.000 Besucher. Mit u.a. Iron Maiden, Nightwish und Slayer sind schon die ersten Headliner für das "Rock im Revier 2016" und "Rockavaria" in München bekannt.

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